20.05.2022 15:53 |

„Unförmiger Penis“

Titanenwurz „Willi“ blüht bald erstmals in Wien

Sie zählt zu den größten Blumen der Welt und verbreitet einen bestialischen Gestank: Die Titanenwurz blüht in Kürze erstmals im Botanischen Garten der Universität Wien. Ab Montag kann die Pflanze, deren lateinischer Name Amorphophallus titanum nichts anderes als „gigantischer unförmiger Penis“ bedeutet, besichtigt werden.

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Die Botaniker gehen davon aus, dass sich der Blütenstand, der mehr als drei Meter hoch werden kann, in ein bis zwei Wochen öffnen wird - allerdings nur für etwa zwei Tage.

Pflanze blühte 2019 in Salzburg
Das Exemplar der aus der Familie der Aronstabgewächse kommenden Pflanze wächst seit 2019 im Botanischen Garten in Wien. Es stammt aus dem Botanischen Garten der Universität Salzburg, wo sie 2019 mit einem über zwei Meter hohen Blütenstand geblüht hat. Die riesige Knolle der Pflanze hat seit ihrem Umzug nach Wien ihr Gewicht auf 80 Kilogramm verdoppelt.

Die Knospe ist bereits etwas mehr als einen Meter groß, an ihrer Spitze ist bereits der Blütenkolben zu erkennen. Wann genau sich die Blüte öffnen wird, können die Experten derzeit noch nicht vorhersagen. Sie werden in der kurzen Zeit der Blüte verschiedene Untersuchungen unter anderem zur Bestäubungsbiologie der Pflanze durchführen.

Geruch nach verwesenden Kadavern
Die Titanenwurz ist auf Sumatra (Indonesien) heimisch und lockt mit ihrem riesigen Blütenstand winzige Insekten an, die als Bestäuber dienen. Der große Kolben an der Spitze des Blütenstands erwärmt sich dabei und setzt einen Geruch frei, der an verwesende Kadaver erinnert.

Die Pflanze ist mit dem in Österreich heimischen Gefleckten Aronstab eng verwandt, auch Zimmerpflanzen wie Philodendron oder Calla zählen zu den Aronstabgewächsen. Zu Ehren des Wiener Botanikers und Erforschers der Aronstabgewächse Heinrich Wilhelm Schott (1794 bis 1865) wurde das Wiener Exemplar der Pflanze auf den Namen „Willi“ getauft.

Täglich im Botanischen Garten zu bestaunen
Ab Montag kann die Titanenwurz täglich von 10 bis 15 Uhr bei Schönwetter im Kalthaus des Botanischen Gartens aus wenigen Metern Entfernung besichtigt werden. Sobald die Pflanzen zu blühen beginnt, wird das gesamte Kalthaus bis 23 Uhr geöffnet, damit Besucher die Pflanze aus der Nähe sehen und riechen können - insbesondere in den Abendstunden, wenn sie in voller Blüte steht.

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