Radprofi Patrick Konrad muss nach unglücklichem Saisonbeginn einen für ihn noch nie durchgemachten Neuaufbau während des Rennjahres absolvieren. Der Tour-de-France-Etappensieger erlitt Anfang März durch einen Sturz beim Eintagesrennen Strade Bianche eine Gehirnerschütterung und fiel danach auch noch erkrankt länger aus. Mittlerweile trainiert der 30-Jährige aber wieder und möchte nach Ostern ins Renngeschehen zurückkehren.
„Zu einer Zeit wie jetzt vier Wochen pausieren zu müssen, das habe ich noch nie gehabt“, bedauerte Konrad im Gespräch seine lange Zwangspause. „Ich bin richtig ausgebremst worden. In zwölf Jahren wurde ich bisher von längeren Ausfällen verschont, was eh unglaublich ist. Ich war nur 2010 wegen eines Schlüsselbeinbruchs einmal eine Weile außer Gefecht, sonst habe ich meine Saison immer durchziehen können.“
Viele Ausfälle und Aufgaben im gesamten Fahrerfeld
Die ersten Trainingseinheiten hat der Niederösterreicher aber bereits wieder absolvieren können. Er fühle sich besser als nach der im Spätherbst üblichen Saisonpause, so der Staatsmeister aus dem Bora-Team. In seiner Mannschaft waren heuer auch andere vom Pech verfolgt. So fiel etwa Felix Großschartner mit einem Schlüsselbeinbruch im März länger aus. Zudem gab es mehrere Corona-Fälle und andere Erkrankungen im deutschen Rennstall, obwohl man die Hygienemaßnahme weiterhin strikt einhalte, betonte Konrad. „Die vielen Ausfälle sind ein Wahnsinn, sie ziehen sich aber durch das ganze Feld“, verwies er auf die zuletzt besonders häufigen Absagen und Aufgaben.
Er selbst habe nach der Gehirnerschütterung neurologische Checks absolvieren und als Folge der Corona-Infektion auch die strengen Covid-Rückkehrprotokolle einhalten müssen. Sein Renneinstieg nach sechswöchiger Pause ist beim Fleche Wallonne (20. April) geplant.
Ettapensieg als großes Ziel
Anschließend will der Wahlburgenländer seinen Formaufbau beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Romandie-Rundfahrt fortsetzen, um im Mai wieder in Topverfassung zu sein. Konrad hofft auf eine baldige Verbesserung, prompt werde es aber nicht gehen. „Es wird schon eine Zeit lang dauern, die Konkurrenten haben viele Rennkilometer. Ich hoffe, dass ich im Mai wieder richtig konkurrenzfähig bin.“ Der da stattfindende Giro d‘Italia war für den schon zweimal in die Top Ten gefahrenen Niederösterreicher heuer nie ein Thema.
Neue Glanztaten sollen spätestens ab dem Frühsommer folgen, am liebsten wieder bei der Frankreich-Rundfahrt im Juli wie im Vorjahr mit seinem sensationellen Etappenerfolg. „Das große Ziel ist ein Etappensieg bei der Tour“, bekräftigte Konrad.
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