27.03.2022 08:29 |

„Keine US-Einwände“

Selenskyj fordert von Polen Kampfjets und Panzer

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Videokonferenz mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda erneut um schwere Waffen gebeten. Er warnte in dem Gespräch, ohne die Lieferung von Panzern und Kampfflugzeugen an die ukrainischen Streitkräfte könnte das russische Militär eine spätere Bedrohung für die NATO-Nachbarstaaten darstellen. Laut Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba haben die USA inzwischen „keine Einwände“ mehr gegen die Lieferung von Kampfjets durch Polen an die Ukraine. 

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Selenskyj rief zudem die internationale Gemeinschaft erneut zur Lieferung schwerer Waffen auf. In einer in der Nacht auf Sonntag ausgestrahlten Videobotschaft erklärte er: „Die Ukraine kann russische Raketen nicht mit Schrotflinten und Maschinengewehren abschießen.“

Selenskyj: Auch Nachbarstaaten durch Russen bedroht
„Wenn die Partner der Ukraine nicht mit Flugzeugen und Panzern helfen, und diese Möglichkeiten haben sie, dann besteht ein hohes Risiko, dass die russische Armee nicht nur eine Raketen-Gefahr für die Territorien unserer Nachbarn darstellt - Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien und die Staaten im Baltikum - sondern auch eine direkte allgemeine militärische Bedrohung“, sagte Selenskyj am Samstag nach Darstellung der offiziellen Website des ukrainischen Präsidenten. Dann seien die Grenzen und Städte der Nachbarn durch die Russen bedroht. „Und sie ziehen dann auch weiter.“

Selenskyj bedauerte die Verzögerung bei der Entscheidung über die MiGs. „Der Preis für die Verzögerung sind die Leben Tausender Ukrainer, die wir durch die Luft- und Raketenangriffe auf friedliche ukrainische Städte verlieren.“

Die Regierung in Warschau hatte am 8. März eine mögliche indirekte Übergabe seiner Kampfflugzeuge des sowjetischen Typs MiG-29 an die ukrainischen Streitkräfte angedeutet. Um die Jets nicht direkt an die Ukraine zu übergeben, sollten die Flugzeuge zuerst an die US-Streitkräfte übergeben werden. Dieser Vorstoß wurde von Washington abgelehnt. Eine solche Maßnahme könnte zu einer direkten Konfrontation zwischen NATO-Kräften und russischem Militär führen, was eine Eskalation des Krieges nach sich ziehen könnte, so die Begründung.

Außenminister: USA haben „keine Einwände“ mehr
Laut Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba haben die USA inzwischen „keine Einwände“ mehr gegen die Lieferung von Kampfjets durch Polen an die Ukraine. „Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Polen“, sagte Kuleba, der am Samstag mit US-Präsident Joe Biden in Polen zusammengetroffen war. Bei dem Treffen waren die Außen- und Verteidigungsminister der Ukraine und der USA dabei.

Kuleba erklärte mit Blick auf die Kampfjets nun, dass diese Frage nun weiter mit der polnischen Seite besprochen werden solle. „Aber ich will klarmachen: Die Ukraine braucht unbedingt mehr Kampfflugzeuge.“ Es müsse im Luftraum ein „Gleichgewicht“ hergestellt werden, um Russland von weiteren Luftangriffen abzuhalten. Diese Frage müsse „schnellstmöglich“ geklärt werden.

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