27.03.2022 13:03 |

Volkskultur in Kärnten

Ostern: Universelle Sprache mit Eiern und Hasen

Das nahende Osterfest zeigt sich abseits der Religion in vielen Symbolen: Von klassischen bunten Eiern über Lämmer und Hennen bis zu kuriosen Hasen ist allerlei zu finden.

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Symbole bilden die Universalsprache der Menschheit. Einige vereinfachen eine Information und machen sie jedem, egal welche Sprache er spricht, verständlich, wie das Piktogramm, das im Scherenschnitt Mann und Frau zeigt und für das WC steht. Andere Symbole sind ein geheimes Zeichen, wie der Fisch, durch den einander die frühen und verfolgten Christen erkennen konnten. Einige Symbole verbinden wir mit Festen und Gefühlen: den immergrünen Christbaum mit Weihnachten, Licht in der dunklen Zeit, Leben und Freude. Natürlich gehören auch zum größten Fest der Christen zahlreiche Symbole.

Das Ei: Ursprung des Lebens
Das Ei galt schon den alten Griechen, Ägyptern, Indern, Japanern und Polynesiern als Ursprung des Lebens. Bemalte Eier verschenkten die Chinesen bereits vor 5000 Jahren zum Frühlingsanfang. Einen Neubeginn, die Auferstehung und den Sieg über den Tod symbolisiert das Ei den Christen. Rote Eier stehen im Weihkorb für Blutstropfen Christi. Zum Dank für den Dienst in der Kirche haben Ministranten nach der Speisensegnung von den Kirchgängern gefärbte Eier bekommen. Wo der Brauch noch lebendig ist, gibt es mittlerweile Münzen dazu.

Ostern: Erster Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond
Ostern wird ja am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Daher kommt auch der Hase ins Spiel: „Der Hase symbolisiert den Mond. Man kann ihn rechts oben im Mond erkennen. Eine asiatische Sage erzählt vom Hasen im Mond: Ein als Bettler auf Erden erschienener Gott bat Fuchs, Affe und Hase um Essen. Fuchs und Affe stahlen Essen, der Hase suchte, suchte und opferte sich schließlich selbst, indem er ins Feuer sprang. Zum Dank bekam er einen Platz im Mond“, erzählt Volkskundler Heimo Schinnerl über den Hasen, der seit dem Biedermeier Gaben bringt.

Heute hoppelt der Hase aus Heu, aus Schokolade oder aus Keramik daher, sitzt brav, schaut froh und frech oder macht Yoga. Nur noch selten kommt die Himmelshenne vor, die einst mancherorts die bunten Eier gebracht haben soll.

Das Lamm Gottes
Das Lamm ist theologisch ein wichtiges Symbol, wird doch Jesus als Lamm Gottes bezeichnet, als Opferlamm, das die Schuld der Menschen auf sich nimmt und durch seinen Tod sühnt. Das schwache Lamm steht für den Sieg über den Tod, daher wird es oft mit Triumphfahne dargestellt. Heute backen wir süße Lämmer, die mit Zucker bestäubt und mit Halsband versehen auf den Ostertisch kommen. Dort steht auch das Lamm aus Butter, denn besondere Feste verlangen aufwändig dargebotene Speisen.

Pelikan als Ostersymbol
Ein Missverständnis verhalf dem Pelikan eine Zeit lang zum Ostersymbol: Weil er seinen Nachwuchs mit blutigen Fischen aus seinem Schnabel füttert, entstand in der Antike die Legende, er hacke sich die Brust auf, um mit seinem Blut die Jungen zu nähren. Das Bild stand somit für den Opfertod Jesu. Feuer und Kerze sind wichtige Symbole, symbolisieren sie doch die Aussage von Ostern: Licht kommt in die Dunkelheit, das Leben siegt über den Tod.

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