Bürokratie schlägt zu

Hohe Hürden für ukrainische Mediziner in OÖ

Die Bemühungen, Geflüchtete aus der Ukraine rasch in den Arbeitsmarkt zu integrieren, laufen in Oberösterreich auf Hochtouren. Arbeitswillige stoßen aber schnell an ihre Grenzen, wie der Fall einer ukrainischen Ärztin zeigt, die mit ihrer Bewerbung in einem Spital an den hohen, teils bürokratischen Hürden gescheitert ist.
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Sie wollte so schnell wie möglich Arbeit finden und bewarb sich mit Unterstützung von privaten Helfern auf der Neurologie eines oberösterreichischen Spitals. Doch als Marija N. (Name von der Redaktion geändert) sah, welche Unterlagen dafür laut Ärztekammer nötig sind, warf sie das Handtuch. Unter anderem müsste die Ärztin aus Kiew eine aktuelle Strafregister- sowie eine Unbescholtenheitsbescheinigung vorweisen. Diese zu bekommen, sei in der derzeitigen Situation in ihrer Heimat unmöglich, sagt die Ärztin.

Deutschprüfung verlangt
Doch selbst wenn sie die Dokumente vorlegen könnte, wären längst nicht alle Hürden überwunden. Mediziner aus Nicht-EU-Ländern müssten sich hier zuerst einer Nostrifizierung unterziehen – das heißt: Eine Universität muss überprüfen, ob die Uni-Ausbildung im Heimatland jener in Österreich entspricht. „Dann kann man sich bei uns melden, und eine Kommission klärt ab, ob die Fachausbildung mit unserer vergleichbar ist“, erklärt der Präsident der Ärztekammer OÖ, Peter Niedermoser. Zudem wird eine Deutschprüfung verlangt, ehe sich ein Interessent um eine Stelle bewerben kann.

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Die Anforderungen per Gesetz sind sinnvoll und keine Schikane. Sie dienen einfach der Sicherheit.

Peter Niedermoser, Präsident Ärztekammer

Die Bürokratie habe schon ihre Berechtigung und sei „keine Schikane“, sagt Niedermoser. „Die Ärzte müssen ja eigenverantwortlich arbeiten, da sind Sprache und einheitliche Standards unerlässlich.“

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