25 Tage nach dem Olympiasieg in China bestreitet Matthias Mayer heute die Abfahrt in Kvitfjell (11.30 Uhr, live im krone.at-Ticker). Mit der „Krone“ plauderte er über Weltcup-Kristall und den Ukraine-Horror. Über seine Rolle als „Mister Olympia“ sagt er: „So etwas verdaut man nicht einfach.“
„Krone“:Matthias, nach Gold und Bronze bei Olympia in China bist du zurück auf der Piste. Sind die Akkus schon wieder aufgeladen?
Matthias Mayer: Nach meiner Rückkehr durfte ich von einer Ehrung zur nächsten. Besonders der Empfang daheim in Afritz hat mir viel bedeutet. Fast auf jedem Haus war eine Österreich-Fahne, die Begeisterung und Freude der Leute waren riesig, das taugt mir. Es bleibt aber auch Zeit zum Ausrasten - und um einiges Revue passieren zu lassen.
Aus deiner Rolle als „Mr. Olympia“ mit den drei Goldenen 2014, 2018 und 2022 wirst du wohl in deinem Leben nicht mehr rauskommen, wie geht es dir damit?
Ich habe auch schon nach meinen ersten beiden Olympiasiegen gemerkt, dass man so etwas nicht von heute auf morgen verdaut. In so etwas muss man mit der Zeit reinfinden. Auf jeden Fall ist es keine schlechte Rolle (lacht). Und es ist eine große Ehre, in einem Atemzug mit anderen großen Sportlern genannt zu werden.
Wenn man so große Erfolge und so viele Termine hinter sich hat - wie schwer ist es, sich noch für die letzten Weltcup-Wochen zu motivieren?
Überhaupt nicht schwer. Ich freu mich auf das Saisonfinale! Die Piste hier in Kvitfjell ist in einem super Zustand, das werden lässige Rennen. Wir wissen, dass es in Kvitfjell immer extrem knapp zur Sache geht, so wird es auch diesmal sein. Ich fahre sehr gerne hier, hab die bisher letzte Abfahrt (2020, Anm.) gewonnen - verstecken muss ich mich also nicht. Und nach den übertriebenen Hygienemaßnahmen in China tut es auch sehr gut, dass es hier in Norwegen nicht einmal mehr eine Maskenpflicht gibt.
Wie groß ist der Wunsch, endlich auch die erste Weltcup-Wertung und damit das erste Kristall zu gewinnen?
In der Abfahrt und im Super-G geht es knapp zu, da ist noch alles möglich. Aber ehrlich: Ich denk gar nicht viel daran, zerbreche mir darüber nicht den Kopf. Ich hab schon ein paarmal erlebt, dass es sich knapp nicht ausgegangen ist, war mehrfach Zweiter oder Dritter. Sollte es auch diesmal nicht klappen, hab ich Gold und Bronze von Olympia. Viel erfolgreicher kann eine Saison ja sowieso nicht verlaufen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man so in die letzten Rennen gehen kann.
Du bist auch bekannt für dein soziales Engagement, ihr habt zum Beispiel zwei irakischen Familien geholfen. Wie geht es dir angesichts der Bilder und Nachrichten aus der Ukraine?
Ganz klar, ich möchte auch hier im humanitären Bereich helfen. Dieser Krieg in der Ukraine beschäftigt mich - so wie jeden anderen auch. Die Lage ist einfach schrecklich, dramatisch.
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