02.03.2022 06:00 |

U-Ausschuss startet

Merkels Ex-Berater steigt für die ÖVP in den Ring

Der heutige Mittwoch ist der erste Tag des „ÖVP-Korruptions-U-Ausschusses“. Vorerst bis Juli angesetzt. Die Kanzlerpartei hat sich angesichts der wohl schwierigen Zeit die Dienste eines krisenerprobten Kommunikationsprofis aus Deutschland gesichert. Georg Streiter gibt sich gelassen und will mehr Ruhe und Sachlichkeit statt Hickhack.

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Georg Streiter sitzt lässig im Café Landtmann. Wo ist denn eigentlich dieser Ausschuss? Will er wissen. Gleich ums Eck. In der Hofburg. Ein ÖVP-Mitarbeiter wird ihn am Mittwoch sicher gerne geleiten. Der Kölner ist Experte für politische Krisen. Die ÖVP hat den Kommunikationsprofi engagiert. Da ist er am richtigen Ort. Er soll dem streitlustigen Fraktionsführer Andreas Hanger zur Seite stehen. Keine schlechte Idee.

Streiter war sechseinhalb Jahre Berater der deutschen Regierung
Zumal die anderen Parteien die Schwarzen eher nicht sanft anfassen dürften. Es soll aber ruhiger und sachlicher zugehen als bei Ibiza. „Man muss nicht immer mit 180 Grad kochen, es reichen auch 80“, sagt Streiter. Der 66-Jährige war 35 Jahre Journalist (u.a. bei „Bild“) und sechseinhalb Jahre Berater der deutschen Regierung. Unter Angela Merkel.

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Ziel ist, dass die ÖVP mit ihrem Kanzler möglichst unbeschädigt aus dem Ausschuss hervorgeht.

Georg Streiter, Ex-Berater von Angela Merkel

„Die Roten randalieren schon wieder heftig“
Streiter ortet einen bedenklichen Ton im politischen Österreich. „Und die Roten randalieren wieder heftig.“ Es könne nicht sein, dass die aus der ÖVP Teufel und die anderen Heilige seien.

Fokus auf Kanzlerpartei
Wie er mehr Ruhe in den Ausschuss bringen will? „Wenn einer draufhaut, muss man nicht gleich zurückhauen. Das bringt mehr Sachlichkeit.“ Am ersten Befragungstag ist Kanzler Karl Nehammer stundenlang am Wort. Trotz Krieg in der Ukraine.

Georg Streiter: „Ziel ist, dass die ÖVP mit ihrem Kanzler möglichst unbeschädigt aus dem Ausschuss hervorgeht.“ Wird nicht leicht, bei all den Chats und Affären. Angesichts der erneut drohenden Aufgeregtheit hat der Deutsche einen Tipp parat: „Von Angela Merkel habe ich gelernt, dass jedes nicht gesagte Wort ein gutes ist.“

Erich Vogl
Erich Vogl
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