26.01.2022 15:20 |

Pommers Feierabend

Lockdown: Tiefer Blick in das KLOrakel!

Einen schönen Mittwochabend.

Eigentlich wollte ich hier über den „ZIB 2“-Auftritt von Ex-Bundeskanzler Alexander Schallenberg (Stand Mittwoch, 26. Jänner 2022, 17 Uhr, das muss man ja immer erwähnen) und seine Tierkrawatte schreiben, die von Elefanten und Giraffen bevölkert war, wenn ich es richtig gesehen habe, und wie er sich im Fernsehen, vermutlich aufgrund der Schwere der Wesen, um Kopf und Kragen geredet hat. Aber die Pandemie nimmt einem jede Freude. Denn heute wurde bekannt: Ein Lockdown, an den sich niemand gehalten hat, wird gleichzeitig beendet und nicht beendet. Ungeimpfte dürfen ab Montag ihre Wohnungen verlassen, und dann nirgendwohin, weil im Restaurant und im Schuhgeschäft weiter 2 G gilt. Das ist natürlich von der Bundesregierung geschickt eingefädelt, denn wie soll man in Zukunft die Impfpflicht kontrollieren, wenn alle Ungeimpften daheim sind?

Oft fragt man sich, wie solche Entscheidungen zustande kommen. Gestern noch sprach sich Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein gegen Lockerungen aus. Erst heute habe ich ein Interview in der „Presse“ gelesen, in dem GECKO-Chefin Katharina Reich über die aktuellen Maßnahmen sagt: „Stand jetzt sehe ich keinen Änderungsbedarf - weder in die eine noch in die andere Richtung.“ Geschrieben wurde das Interview gestern, und nur eine Morgentoilette später ist alles anders. Mückstein ist für mich sowieso der Gegenteilmann der österreichischen Innenpolitik, ein Twitter auf zwei Beinen, denn es kommt immer anders, als man auf der Plattform zwitschert. Fragen Sie einmal Langzeit-Bundeskanzler Christian Kern oder Bürgermeister Andreas Schieder. In einem seiner Antrittsinterviews hat Mückstein übrigens gesagt: "Transparente Kommunikation ist das Wesentliche - und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse." Die Pointe ist unschlagbar, ich versuche es erst gar nicht weiter.

Apropos Morgentoilette. Kennen Sie das Klo-Orakel, kurz auch KLOrakel? Es ist eher eine Esoterik-Parodie und liegt der Tatsache zugrunde, dass man oft tief blicken muss, um Entscheidungen zu treffen. Manche Menschen können die Zukunft aus Kaffeesud lesen, andere brauchen größeres Porzellan. Wer aus Fäkalien Beschlüsse herausanalysieren kann, versteht jedenfalls sein Geschäft. Keine Ahnung, wie ich ausgerechnet heute darauf komme. Dass an einem Tag mit einem neuen Rekordstand an Infektionen Lockerungen präsentiert werden, die am Ende gar keine sind, hat sicher nichts damit zu tun.

Ich wünsche einen schönen Feierabend, so Sie einen haben.

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