07.01.2022 15:48 |

Verzerrter Wettbewerb

EU-Projekt am Brenner für Gurgiser „Bahnmärchen“

Das von der Tiroler EU-Parlamentarierin Barbara Thaler initiierte EU-Projekt „Brenner ohne Grenzen“, das internationale Güterzüge beschleunigen soll, wird das Tiroler Transitproblem nicht lösen. Davon ist das Transitforum von Fritz Gurgiser überzeugt. Grund seien wettbewerbsverzerrende Vorteile für die Straße.

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Bremsklötze lösen: Das ist ein Ziel des Pilotprojekts, mit dem der grenzüberschreitende Güterverkehr von München bis Verona über den Brenner beschleunigt und damit konkurrenzfähiger zum Transport auf der Straße werden soll.

Märchen“ von der Verlagerung auf die Schiene
Gurgiser glaubt nicht daran: „Ein weiteres Verlagerungsmärchen, mit dem der Bevölkerung Sand in die Augen gestreut werden soll“, erklärt der Anti-Transitkämpfer. Die Verlagerung auf die Schiene wolle in Wahrheit niemand in Europa, mit Ausnahme des Drittstaates Schweiz. Seit dem EU-Beitritt 1994 seien Bahn-Verladeterminals in Deutschland, Italien und Österreich geschlossen, gleichzeitig aber Milliarden in die Eisenbahn gepumpt worden, „ohne parallel für einen unabdingbaren fairen Wettbewerb Straße-Schiene zu sorgen“, sagt Gurgiser.

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Nun wird so getan, als ob die Bahn das Transitproblem lösen könnte. Das wollte schon Rudolf Streicher und nach ihm 16 weitere Verkehrsminister.

Fritz Gurgiser, Obmann Transitforum Austria

Reihe von Nachteilen für die Bahn
„Die Bahn bekommt nur und ausschließlich dann eine Chance, wenn die Straße im Wettbewerb verändert wird: Verursachergerechte Maut, faire Arbeitszeiten und Löhne für die Berufskraftfahrer (es gibt ja auch keine litauischen Dumping-Lokführer), Wegfall des Dieselprivilegs samt Billigdieseltränkstellen und wirksame anstatt durchlöcherte Lkw-Fahrverbote bei Tag und bei Nacht.“

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Ich unterstütze das Projekt von MEP Thaler und den Eisenbahn-Schulterschluss am Brenner: Je attraktiver die Schiene, umso weniger Lkw auf der Straße.

Landtags-Abgeordneter Florian Riedl, VP-Verkehrssprecher

Bis Ende Oktober waren 135.000 Lkw auf der RoLa
VP-Verkehrssprecher LA Florian Riedl hingegen begrüßt das Projekt: Es werde die Grundlage für künftige europäische Eisenbahn-Gesetze liefern. Das Land Tirol sei bei der Bahn komplett auf Schiene. Das werde durch den Bau des Brenner Basistunnels, aber auch durch das laufend ausgebaute RoLa-Angebot bewiesen. „Bis Ende Oktober 2021 waren 135.000 Lkw auf der Schiene durch Tirol unterwegs“, sagte LA Riedl.

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