04.01.2022 11:37 |

Scheiben zerkratzt

Acht Eiskratzer im Test: Nur zwei taugen was!

Wenn die Temperaturen über Nacht in den Keller fallen und das Auto im Freien parkt, müssen vor dem morgendlichen Start mühselig die zugefrorenen Scheiben freigekratzt werden. Es sei denn, man hat eine Standheizung und diese auch programmiert. Aber kratzen ist nicht gleich kratzen und vor allem: Eiskratzer ist nicht gleich Eiskratzer. Die Sachverständigenorganisation KÜS hat acht klassische Eisschaber und drei elektrische Modelle getestet.

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Testsieger mit großem Vorsprung und der Note „sehr gut“ ist der Heyner Snowstar M Pro (siehe Ergebnistabelle). Er punktet nicht nur bei dünner, sondern auch bei dicker Eisschicht mit herausragenden Kratzleistungen. Die Länge des Eisschabers ist dank angeschlossenem Schneebesen auch ideal für große Fahrzeuge. Ähnlich gute Ergebnisse bei dünner Eisschicht liefert der Eisschaber von Petex, der bei dickem Eis etwas hinter Heyner zurückbleibt, sich aber als Preis-Leistungs-Sieger mit der Note „gut“ den zweiten Platz sichert. Allerdings hinterlässt der Petex auf verschmutzten Scheiben vereinzelt Kratzer.

Ein Eiskratzer soll nicht die Scheibe zerkratzen
Mit nur mittelmäßigen Leistungen und der Note „befriedigend“ gehen die Eiskratzer von Auprotec, Kungs und Michelin an die Arbeit. Auprotec hinterlässt mit seiner Messerklinge bei dünnem Eis zahlreiche Beschädigungen auf der Scheibe, bei dicker Eischicht kann er jedoch deutlich punkten. Gleichauf liegen die Eiskratzer von Kungs und Michelin. Der Kungs MID-IS liefert bei dünner Eisschicht befriedigende Ergebnisse, schwächelt aber deutlich bei dickem Eis, ebenso wie sein großer Bruder, der Kungs TELE-IS. Der Michelin-Kratzer hingegen kann bei keiner Eisdicke überzeugen.

Abgebrochen - durchgefallen
Schlusslicht im Eiskratzer-Test ist der Glart mit Handschuh, der während des Tests in zwei Teile zerbrochen ist. Einhelliges Urteil der Experten: „mangelhaft“. Mit gleich schlechter Note zählt der Eisfreund Premium Eiskratzer mit Handschuh ebenfalls zu den Verlierern. Er bleibt zwar ganz, scheitert aber schon an einer dünnen Eisschicht.

Keiner der elektrischen taugt etwas
Auch die drei elektrischen Eiskratzer im Test, die die Eisentfernung eigentlich erleichtern sollen, sind allesamt „mangelhaft“. Der Kärcher EDI 4 und der 12-Volt-Eiskratzer von Lescars ähneln optisch einer Poliermaschine, verfügen aber an der Unterseite jeweils über eine rotierende Scheibe mit kleinen Plastikklingen. Während der Kärcher einen Akku besitzt, muss der Lescars an der 12-Volt-Steckdose im Auto angeschlossen werden. Der EDI 4 kann zwar beim Eiskratzen selbst überzeugen, aufgrund einer Vielzahl an Kratzern, die das Elektro-Gerät auf einer leicht verschmutzten Scheibe hinterlässt, wird das Produkt jedoch abgewertet.

Enttäuschend ist die Kratzleistung des Lescars. Lediglich die äußeren Kanten der Plastikklingen durchbrechen die dünne Eisschicht. Das dritte elektrische Modell von Goods+Gadgets soll die vereiste Scheibe durch eine Heizspirale auftauen, was jedoch aufgrund des kleinen Heizelements sehr lange dauert. Berührt dieses Teil die Scheibe, sind zahlreiche Kratzer die Folge.

Fazit:
Nicht jeder Eiskratzer eignet sich gut, um die Autoscheibe im Winter eisfrei zu bekommen. Viele Eiskratzer verursachen Spuren und tiefe Kratzer, die in der Scheibe bleibende Schäden hinterlassen. Zurückzuführen sind diese auf schlechte Kratzeigenschaften und mindere Materialqualität der Eisschaber. Elektrische Modelle sind zudem nicht zu empfehlen.

Nur zwei zerkratzen nicht die Scheibe
Die Modelle von Heyner und Petex zeigen, dass sie nicht nur am besten kratzen, sondern hier auch die Gefahr von Beschädigungen an der Scheibe am geringsten ist. Obwohl sich viele Eisschaber bei dünner Eisschicht gut schlagen, versagen sie meist bei dickerer Eisschicht und in der Sichtprüfung nach dem Test: Viele Kratzer und Beschädigungen an der Scheibe sind das Ergebnis. Tipp der Experten: Am Abend auf eine saubere Scheibe achten. Dann ist das Risiko, am nächsten Tag die Scheibe zu zerkratzen, deutlich geringer.

Ach ja: Die mitgetesteten Klassiker CD-Hülle und Kreditkarte sollte man besser nicht verwenden.

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