11.12.2021 10:58 |

Kommt „Lex Ferrari“?

Aus für neue Verbrenner ab 2035 in Italien, aber …

Die italienische Regierung hat beschlossen, die Zulassung von Verbrennungsmotoren in Neuwagen in Italien bis 2035 einzustellen. Lieferwagen und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bekommen noch eine Frist bis 2040, beschloss der Ausschuss für den ökologischen Übergang (CITE) am Freitagabend. Sonderregelungen könnten für Nischenhersteller kommen - insbesondere für Ferrari und Lamborghini. 

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Der Beschluss entspreche der Forderung der Europäischen Union, die Treibhausgase bis 2030 um 55 Prozent zu senken, berichtete der Ausschuss. Italien folgt damit einer Reihe von europäischen Ländern, darunter Spanien, Frankreich und anderen, die eine Frist bis 2030, 2035 und 2040 gesetzt haben, nach der keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden dürfen. Dies gilt als wichtiger Schritt zur Senkung der Schadstoffemissionen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung und des Klimawandels.

„Genug Zeit für Autohersteller“
Die italienische Regierung betonte, die Automobilunternehmen hätten genug Zeit, um sich auf die Produktionsumstellung anzupassen. „Im Rahmen dieses Prozesses müssen alle funktionalen Lösungen für die Dekarbonisierung des Verkehrs in einer Logik der technologischen Neutralität umgesetzt werden, wobei nicht nur Elektrofahrzeuge, sondern auch das Potenzial von Wasserstoff gefördert und die wesentliche Rolle von Biokraftstoffen für den ökologischen Übergang anerkannt werden muss“, hieß es in einer Presseaussendung des Verkehrsministeriums in Rom.

„Lex Ferrari“: Sonderregelungen für Sportwagen?
Die drei Minister, die das Mobilitätsdossier ausgearbeitet haben, kündigten an, sich bei der EU-Kommission für Sonderregelungen für Nischenhersteller einsetzen zu wollen. Insbesondere geht es dabei um die heimischen Hersteller Ferrari und Lamborghini und deren großvolumige Verbrennungsmotoren. Daher ist inoffiziell auch von einer „Lex Ferrari“ die Rede.

Umweltminister Roberto Cingolani verwies auf die geringen Stückzahlen, welche die beiden heimischen Sportwagenhersteller produzieren. Bei Ferrari waren es 2020 etwa 9100 Modelle, bei Lamborghini rund 7400. Er war bis zu seiner Ernennung nicht geschäftsführender Direktor bei Ferrari. Porsche-Chef Oliver Blume hat sich zuletzt gegen mögliche Ausnahmegenehmigungen für kleine Sportwagen-Hersteller ausgesprochen.

Drastische Konsequenzen für Arbeitsplätze
Industrieminister Giancarlo Giorgetti hob die Folgen hervor, die der Übergang zu E-Autos für die italienische Autoindustrie haben werden. Mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte, die derzeit in der Automobil-Zulieferkette arbeiten, werden nicht mehr in diesem Sektor beschäftigt sein, warnte der Minister. „Wir müssen unsere Einstellung ändern. Ständige Weiterbildung bedeutet, dass man sich damit anfreunden muss, im Laufe seines Lebens mal den Beruf zu wechseln. Es gibt keinen festen Arbeitsplatz mehr, der an einem bestimmten Ort angesiedelt bleibt, um eine bestimmte Art von Arbeit zu verrichten. Es wird Arbeitsplätze geben, die in gewisser Weise auch mit den stattfindenden Veränderungen einhergehen müssen“, so der Industrieminister.

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