11.12.2021 09:25 |

Ärger im Landhaus

Öffnungsschritte sorgen für Koalitions-Clinch

Erst bekam Landeshauptmann Markus Wallner wegen des Lockdown-Endes trotz hoher Infektionszahlen von SPÖ-Chefin Gabi Sprickler-Falschlunger eine auf den Deckel, nun legt Koalitionspartner Johannes Rauch (Grüne) nach. Er hätte sich mehr Vorsicht gewünscht, vor allem auch angesichts der Omikron-Variante.

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Der vorweihnachtliche Haussegen im Landhaus in Bregenz hängt derzeit schief. Ursache des politischen Ungemachs sind die Öffnungsschritte nach dem aktuellen Lockdown. Wie berichtet, sperrt Vorarlberg sämtliche Bereiche am Sonntag gleichzeitig auf, während andere Bundesländer deutlich zögerlicher vorgehen - obwohl sie niedrigere Infektionszahlen vorweisen können. Und genau das macht auch Grünen-Landesrat Johannes Rauch Sorgen. „Die Modellregion Vorarlberg im Frühjahr habe ich mitverhandelt und mitgetragen, diesmal bin ich skeptischer“, erklärt Rauch. Zu Omikron habe man, was Verbreitungsgeschwindigkeit und Heftigkeit angehe, noch immer zu wenig Daten, „da ist schon ziemlich viel Blindflug dabei“, meint er. Zudem erinnerte er an die noch immer vollen Krankenhäuser. Dass man bei steigenden Infektionszahlen auf die Intensivbelegung schaue, bei fallenden aber nur mehr auf die Inzidenz, sei inkonsistent.

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Die Modellregion Vorarlberg im Frühjahr habe ich mitverhandelt und mitgetragen, diesmal bin ich skeptischer. Angesichts Omikron ist schon ziemlich viel Blindflug dabei.

Grünen Vorarlberg-Landesrat Johannes RAUCH

„Kein maskenloses Glühweintreffen“
Etwas zerknirscht zeigte sich Rauch auch angesichts des Umstands, dass die Gestaltung der Vorarlberger Öffnungsschritte offenbar nicht ausgedehnten Koalitionsgesprächen entsprungen sind. „Es war schon mal besser abgesprochen“, erklärte der grüne Landesrat. Am Freitag wurde nun doch noch verhandelt, nämlich die Details der Verordnung, etwa im Veranstaltungsbereich, ganz konkret bei den Weihnachtsmärkten. „Dass das spätestens ab 17 Uhr zum maskenlosen Glühweintreffen wird, das geht nicht“, gab Rauch die Marschrichtung der eigenen Fraktion vor.

Das lange Warten auf die Omikron-Ergebnisse
Mindestens so erstaunlich wie die großzügigen Öffnungsschritte sind derzeit die Vorgänge in den Laboren der AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit). Dort wird seit geraumer Zeit an der Sequenzierung der Vorarlberger Omikron-Verdachtsfälle gearbeitet - bislang aber leider ohne Ergebnis. Nach Angaben der Landessanitätsdirektion warte man seit Tagen auf die Ergebnisse der Anfang der Woche eingesandten Proben. Und das trotz „mehrfacher Urgenz über verschiedene Stellen“, wie Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher am Freitag berichtete.

Von insgesamt 31 Afrika-Rückkehrern hatten fünf einen positiven PCR-Test abgeliefert. Für sie gelten erhöhte Vorsichtsmaßnahmen, so endet ihre Absonderung erst, wenn ihr PCR-Ergebnis negativ ausfällt. Üblicherweise endet die Absonderung nach 14 Tagen automatisch. Weitere Verdachtsfälle auf die Omikron-Variante sind bisher nicht aufgetreten.

 Vorarlberg-Krone
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