10.12.2021 17:31 |

ÖVP-Chef im Interview

„Geimpfte sollen nicht weiter Zeche zahlen!“

Der Chef der Kärntner Volkspartei, Landesrat Martin Gruber, nimmt im Interview mit der „Krone“ Stellung zu aktuellen Fragen – natürlich auch zum Wechsel von Kurz zu Nehammer, zu den Öffnungsschritten in der Pandemie, zum Koalitionsklima in Kärnten und zu den zerbröselnden Straßen in unserem Land.

Die „Krone“: Die Kärntner Volkspartei und Sie als Obmann, sind sie wieder schwarz oder noch türkis? Oder waren Sie nie türkis und bleiben schwarz? Ich kenne mich nicht mehr aus
Landesrat Martin Gruber: Ich sah da nie einen Widerspruch, es gab und gibt eine einheitliche Wertebasis. Daher habe ich immer gesagt, ich bin beides.

Klingt nach elegantem Umschiffen der Frage
Ich kenne meine Wurzeln, und die liegen im Bauernbund. Wichtig ist, der Zusammenhalt ist großartig.

War die Kärntner Volkspartei, die ja nicht unbedingt die wichtigste Gruppe in der Gesamt-ÖVP ist, beim Wechsel zu Nehammer eingebunden?
Der Schritt von Sebastian Kurz hat uns überrascht, aber in der Folge waren wir stets eingebunden. Auch dass mit Eli Köstinger unsere Kärntner Ministerin in der Regierung blieb, ist sehr gut. Es ist für Kärnten positiv, dass jemand abhebt, wenn man anruft.

Warum hat Kärnten als einziges Bundesland eine Leermeldung abgegeben, als am Mittwoch die neuen Coronaregeln veröffentlicht wurden?
Landeshauptmann Kaiser ist sehr vorsichtig. Für mich ist allerdings klar, Versprechen müssen eingehalten werden.

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Ich wollte ja alles aufsperren. Der Lockdown für Ungeimpfte soll bleiben.

Martin Gruber, ÖVP-Landesobmann in Kärnten

Das bedeutet alles aufsperren?
Ich wollte ja alles aufsperren. Der Lockdown für Ungeimpfte soll bleiben.

Wie riskant ist das? Im Vergleich zu Italien wird bei uns ja kaum kontrolliert. In Italien wird der Grüne Pass ständig gescannt.
Aufsperren bedeutet Verantwortung, die 2-G-Regel genau zu kontrollieren. Sonst funktioniert es nicht. Aber Geimpfte sollen nicht weiter die Zeche zahlen für die Maßnahmengegner.

Ein Wort zur Koalition in Kärnten. Funktioniert die Zusammenarbeit mit der SPÖ?
Sie funktioniert gut und auf Augenhöhe. Zwischentöne kommen höchstens aus den hinteren Reihen.

Ein Wort zu Ihnen als Straßenreferent. Kärntens Straßen zerbröseln, Stichwort Wurzenpass, Stichwort Mölltal. Warum tun Sie nichts?
Das stimmt nicht. Ich hab ein recht hohes Baubudget von 40 Millionen im Jahr. Die werden in Straßen investiert, die stark befahren und kaputt sind. Aber die Versäumnisse der letzten 20 Jahre kann auch ich nicht über Nacht aufholen. Das Mölltal ist eine Riesenherausforderung. Die Straße liegt da wie vor 50 Jahren.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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