02.12.2021 13:27 |

YouPorn, Pornhub & Co.

Deutsches Gericht ebnet Weg für Porno-Blockade

Seit Monaten fordern deutsche Jugendschützer der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen von Online-Pornoseiten Systeme zur Altersprüfung, um Jugendliche fernzuhalten. Bislang kooperieren Branchengrößen wie YouPorn oder Pornhub allerdings nicht, lassen es darauf ankommen. Ein Gerichtsurteil in Düsseldorf ebnet nun den Weg für Website-Sperren, sollten die Anbieter auch weiterhin nicht kooperieren.

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Das berichtet das IT-Portal „WinFuture“ unter Berufung auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf. Dort wurde verhandelt, ob Website-Sperren gegen bestimmte Porno-Portale verordnet werden dürfen, wenn diese sich nicht an deutsche Jugendschutzgesetze halten.

Die Anbieter mit Sitz in Zypern argumentieren, bei ihnen sei zypriotisches Recht anzuwenden. Das Gericht urteilte: Deutsche Jugendschutzvorschriften sind anwendbar, auch wenn der Anbieter im EU-Ausland angesiedelt ist.

Wird das Alter nicht kontrolliert, droht Sperre
Für die Porno-Websites YouPorn, Pornhub und Mydirtyhobby, um die es in der Gerichtsentscheidung konkret geht, bedeutet das: Sollten sie keine Mechanismen einführen, um in Deutschland zu verifizieren, ob ihre Nutzer volljährig sind, kann eine Sperrung angeordnet werden.

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Eine Altersprüfung ist nicht nur juristisch zwingend, sondern auch technisch denkbar einfach.

Tobias Schmid, Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen

Tobias Schmid von der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen: Eine Altersprüfung sei „nicht nur juristisch zwingend, sondern auch technisch denkbar einfach.“ Werde sie nicht eingeführt, werde man Provider-seitige Website-Sperren anordnen lassen.

Kritiker glauben, Sperre bringt nichts
Kritiker merken an, dass die Sperrung weniger großer Websites in puncto Jugendschutz wenig bringe. Selbst wenn man YouPorn, Pornhub, Mydirtyhobby und das in einem anderen Verfahren ebenfalls thematisierte Xhamster sperre, seien noch Hunderte kleinere Anbieter abrufbar.

Hinzu kommt: Website-Sperren sind oft leicht zu umgehen. Meist werden die Websites schlicht aus dem DNS-Server des Internet-Providers gestrichen, entsprechende Anfragen laufen dann ins Leere. Denkbar wäre auch, dass die Websites Nutzer anhand ihrer IP-Adresse einem Land zuordnen und aussperren. Die verwendeten DNS-Server und IP-Adressen lassen sich nutzerseitig aber leicht ändern.

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