26.11.2021 10:17 |

Nach Seilbahnunglück

Gezerre um kleinen Eitan: Festnahme auf Zypern

Der kleine Eitan hat im Mai als einziger Insasse das Seilbahnunglück am Monte Mottarone überlebt. Danach entstand ein regelrechtes Gezerre um den mittlerweile Sechsjährigen, der bei dem Absturz seine Eltern, seinen zweijährigen Bruder und seine Urgroßeltern verloren hatte. Nun ist jener Mann, der beschuldigt wird, Eitans Großvater Shmuel Peleg im September bei der Entführung des Kindes geholfen zu haben, in Limassol auf der Insel Zypern verhaftet worden.

Der 50-jährige Mann wurde aufgrund eines europäischen Haftbefehls gesucht, den die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Pavia wegen der Entführung des kleinen Eitan erlassen hatte. Die Polizei auf Zypern folgte den Spuren des Mobiltelefons des Verdächtigten, der der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ zufolge auf der Mittelmeerinsel lebte. Er gilt als Mitglied einer amerikanischen Agentur von Auftragnehmern, die auf Kriegsschauplätzen wie Irak und Afghanistan tätig und gewöhnt sind, sich mit den ausgefeiltesten Techniken der Tarnung und Anonymität zu bewegen.

Festgenommener soll Eitans Großvater bei Entführung geholfen haben
Den Ermittlungen zufolge half der Mann am 11. September Eitans Großvater, das Kind aus Pavia zu entführen, wo der Bub mit seiner Tante väterlicherseits, Aya Biran, lebte. Die Tante hatte von den italienischen Behörden das Fürsorgerecht für Eitan erhalten, der beim Seilbahn am Berg Mottarone am 23. Mai, seine Eltern, seinen zweijährigen Bruder und seine Urgroßeltern verloren hatte.

Das Kind wurde mit dem Auto in die Schweiz und von dort an Bord eines Privatflugzeugs, das vom Festgenommenen in den Tagen zuvor für 46.000 Euro gemietet worden war, nach Israel gebracht.

Ein Familiengericht in Tel Aviv hatte am 25. Oktober entschieden, dass Eitan in die Obhut seiner Tante zurückgegeben werden muss. Ein Rekurs des Großvaters wurde abgelehnt. Bisher ist das Kind jedoch noch nicht nach Italien zurückgekehrt.

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