22.11.2021 10:10 |

Montag „Übergangstag“

Kritik zu Schulen: Faßmann bittet um „Nachsicht“

Seit Mitternacht gilt ein österreichweiter neuer Lockdown. Betroffen sind davon natürlich auch die Schulen - nur inwieweit, das ist auch am ersten Schultag in diesem neuen Herunterfahren des Landes nicht ganz klar. „Der Montag ist so etwas wie ein Übergangstag“, sagte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), der sich nicht nur Kritik gefallen lassen muss, die Verantwortung erneut auf die Eltern abzuschieben.

Soll man seine Kinder in die Schule schicken oder lieber zu Hause betreuen, wie ist das nun mit den Tests und Schularbeiten und warum hat man bei den Schulen nicht etwa auf Hochinzidenzgebiete Rücksicht genommen? Befriedigende Antworten auf diese Fragen konnte Faßmann auch am Montag im Ö1-„Morgenjournal“ nur bedingt liefern.

Drei Überlegungen für die Entscheidung
Er gab allerdings die Empfehlung ab, drei Überlegungen in die Entscheidung, ob man sein Kind in die Schule schicken soll, mit einzubeziehen: Wie sieht es mit der eigenen Erwerbstätigkeit aus, was ist am besten für mein Kind und lebt man in einem Hochinzidenzgebiet, wo „die Notwendigkeit einer Kontaktreduktion eine ganz besondere ist“.


„Haben aus den Belastungen aus den letzten Lockdowns gelernt“

Der Minister verteidigte seine Entscheidung, in den Schulen diesmal Präsenzunterricht stattfinden zu lassen, auch wenn Geschäfte, Restaurants und alle Freizeitbetriebe nun geschlossen sind und die alt bekannten Ausgangsbeschränkungen gelten. „Wir haben aus den Belastungen für die Familien aus den letzten Lockdowns gelernt“, so Faßmann, deshalb müssten die Schulen für jene offenbleiben, die sie für die Betreuung ihrer Kinder benötigen.

Betreuung in den Schulen alleine zu wenig
Weil aber Betreuung alleine zu wenig sei, habe er sich zu Präsenzunterricht auch im Lockdown entschlossen. Wenn alle Kinder einer Klasse anwesend sind, seien auch Tests und Schularbeiten möglich, Faßmann appellierte aber ein weiteres Mal an die Lehrkräfte, die Überprüfungen zu verschieben. Die nächsten Wochen sollten zur Festigung des bereits Gelernten genutzt werden. Auch neuer Lehrstoff sollte besser erst nach dem Lockdown durchgenommen werden.

Kinder, die zu Hause betreut werden, bekommen entweder Lernpakete oder sollen in digitaler Form - ob über Lernplattformen oder sogar Streaming - am Unterricht teilnehmen, sofern möglich, so der Minister.

„Weil man sich jetzt entschuldigt, dafür muss ich mich entschuldigen“
Dass die Schulen erneut nur wenig Zeit für die Umstellung hatten, begründete Faßmann damit, dass auch er erst Freitagfrüh von dem Lockdown-Vorhaben erfahren habe. „Weil man sich jetzt entschuldigt, dafür muss ich mich entschuldigen“, so Faßmann, der aber betonte, dass er nicht alleine schuld sei. „Die Zeit ist leider immer eine sehr gedrängte.“ Er bitte dafür um Nachsicht.

„Da möge man nicht mir vorwerfen, dass ich nichts getan hätte“
Was eine differenzierte Behandlung von Schulen in Hochinzidenzgebieten angeht, so sagte der Minister, dass man dies durchaus hätte in Betracht ziehen hätte können, wenn ihm die entsprechenden, „eindeutigen“ Parameter zur Verfügung gestanden wären. Dass man aber nicht vorbereitet wäre, stellte Faßmann in Abrede. Man habe schon im Sommer angefangen, die Verträge mit Labors abzuschließen, dass man bei den PCR-Testungen privilegiert werde. Die Schulen würden bei der Pandemie-Bekämpfung helfen. „Da möge man nicht mir vorwerfen, dass ich nichts getan hätte“, so Faßmann.

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