22.11.2021 06:00 |

Regeln, Strafen, ...

Lockdown: Alle Antworten zu 20 Tagen Stillstand

Am Sonntagabend wurde der vierte Lockdown mit Zustimmung von ÖVP, Grünen und SPÖ beschlossen, um Mitternacht ist er in Kraft getreten. Die „Krone“ beantwortet alle Fragen.

Warum braucht es einen Lockdown?
Weil trotz bisheriger Maßnahmen (2G, Lockdown für Ungeimpfte) die Zahlen in den Spitälern weiter steigen und eine Überlastung droht. „Es geht sich sonst nicht mehr aus“, sagte Rainer Thell, leitender Oberarzt in der Klinik Donaustadt, vorige Woche.

Wann endet er?
In 20 Tagen, also am 12. Dezember. Länger als zweimal zehn Tage darf die Regierung derart einschneidende Maßnahmen nicht verhängen, danach muss wieder der Hauptausschuss des Parlaments zusammentreten. Das wird auf jeden Fall für Oberösterreich nötig, wo der Lockdown bis 17. Dezember gelten soll. Experten fordern, das Ende nicht an ein Datum, sondern klar an eine Ziel-Inzidenz oder Ziel-Impfquote zu koppeln.

Wann wird man erste Ergebnisse sehen?
Vorerst werden die Zahlen steigen, erste Ergebnisse erwarten Mathematiker in einer Woche. Unsicher ist, wie sich das letzte Wochenende vor den Schließungen auswirkt.

Kann es sein, dass der Lockdown verlängert wird?
Unmöglich ist das nicht. Aber: Kanzler Alexander Schallenberg hat es ausgeschlossen. Der Komplexitätsforscher Peter Klimek glaubt, dass 20 Tage reichen, um die Spitäler zu entlasten - wenn alle Maßnahmen umgesetzt werden.

Was passiert danach?
Geplant ist, dass Geschäfte wieder öffnen und Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte aufgehoben werden. Für Ungeimpfte soll der Lockdown weitergehen.

Wann enden die Einschränkungen für Ungeimpfte?
Dazu gibt es kein klares Datum. Wahrscheinlich ist, Einschränkungen an eine Impfquote zu koppeln. Zuletzt wurden 80 Prozent Durchimpfung genannt, die notwendig sind, um die Pandemie zu bekämpfen.

Bleiben auch für Geimpfte Einschränkungen aufrecht?
Ja, das ist anzunehmen, etwa bei der FFP2-Pflicht. Sie gilt als einfache und effektive Maßnahme, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Zutrittsregeln (3G am Arbeitsplatz, 2G oder 2G plus zu Veranstaltungen) sind wahrscheinlich.

Wird die Polizei verstärkt kontrollieren?
Wie schon beim Lockdown für Ungeimpfte werde es in jedem Bezirk Sonderstreifen geben, sagt Innenminister Karl Nehammer. In der vergangenen Woche habe die Polizei die 2G-Regel 150.000-mal kontrolliert.

Warum findet an den Schulen Unterricht statt?
Das dritte Schuljahr in Folge steht im Zeichen von Corona, Kinder zu Hause zu unterrichten belastet Eltern, Schüler und die Wirtschaft. Viele Schüler leiden bzw. litten unter den fehlenden Sozialkontakten und Lerndefiziten. Deshalb hat man sich, trotz höchster Infektionszahlen unter jungen Menschen, dazu entschieden, die Schulen offen zu lassen.

Darf jeder sein Kind in die Schule schicken?
Die Möglichkeit besteht für jeden, Eltern müssen nicht nachweisen, dass sie die Kinder nicht zu Hause betreuen können. Allerdings: Für die Bekämpfung der Pandemie müssen die Kontakte drastisch reduziert werden, in Schulen ist das Ansteckungsrisiko hoch.

Wie lernt mein Kind, wenn es zu Hause bleibt?
Schulen sollen für Kinder, die nicht am Unterricht teilnehmen, Lernpakete zur Verfügung stellen. Wie das genau aussehen soll, war vielen Lehrkräften aufgrund fehlender Vorgaben am Wochenende selbst nicht klar.

Warum sind Punschstände zu, wenn die Abholung in der Gastronomie erlaubt ist?
Das Abholen von Speisen und Getränken in der Gastronomie ist zwar erlaubt, konsumieren darf man sie aber im Umkreis von 50 Metern um den Betrieb nicht. Offene Getränke dürfen nicht ausgegeben werden.

Darf die Polizei im privaten Wohnraum kontrollieren?
Nein, die Verordnung gilt nur im öffentlichen Raum.

Wie hoch sind die Strafen?
Im Lockdown für Ungeimpfte wurden bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen bis zu 1450 Euro fällig. Jetzt sollen die Strafen erhöht werden, Details sind ausständig.

Wird dieser Lockdown der letzte sein?
Das hängt von mehreren Faktoren ab; etwa der Impfquote, dem Auftreten neuer Mutationen und der Disziplin der Österreicher bei diesem Lockdown.

 Kronen Zeitung
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