17.11.2021 11:55 |

krone.at-Kolumne

Warum man auf die Politik sauer sein darf

Es wird gezankt, widersprochen und ausgerichtet - und das inmitten von steigenden Zahlen von Infizierten, Kranken und Toten. Denkt dabei eigentlich noch jemand daran, wie man die vierte Welle stoppen kann? Es macht jedenfalls nicht den Anschein.

Wenn nämlich die Salzburger Landeskliniken sich bereits daranmachen, ein Team zusammenzustellen, das künftig darüber entscheiden soll, welchen Patienten man noch retten kann und welchen nicht, kann man getrost von einem Polit-Versagen sprechen. So weit hätte es nicht kommen müssen und auch nicht kommen dürfen. Alle Experten haben vor einer voreiligen Euphorie, dass die Pandemie vorbei sei, gewarnt.

Landeshauptmann mit sonderbarem Sinn für Humor
Warum ihr Appell nach Obacht völlig konsequenzlos verhallt ist, kann keiner der Beteiligten so wirklich beantworten. Und auch jetzt scheint es so, als sei die Ernsthaftigkeit der Lage noch nicht bis zu jedem durchgedrungen. Ob sich der Salzburger Landeshauptmann eigentlich selbst witzig findet, wenn er meint, dass es Virologen am liebsten wäre, wenn „alle Österreicher in einem Zimmer eingesperrt“ wären? Er hätte einen sonderbaren Sinn für Humor.

Es ist eine Affenschande, was ihr da macht!
Aber selbst, wenn man die Vergangenheit Vergangenheit sein lässt, gibt es aktuell genügend Gründe dafür, sauer auf unsere Politik zu sein. Dass sich inmitten von Triagevorbereitungen, fünfstelligen Neuinfektionszahlen und einem grundgespaltenen Land nun auch noch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf einen Klein-Klein-Wickel mit dem Koalitionspartner einlässt, ist an Affenschande kaum zu überbieten. Ihr sollt die Pandemie bekämpfen und nicht um politisches Kleingeld zanken!

Kann Mückstein Gesundheitsminister?
Wolfgang Mückstein sollte es nämlich eigentlich besser wissen. Jeder Arzt weiß, wie wichtig ruhige und klare Worte bei einem Aufklärungsgespräch mit Patienten sind. Warum gerade er sich dann als Chefarzt er Nation in ein kommunikatives Wirrwarr verzettelt und sich so ungern den Fragen der Österreicher stellt? Vielleicht ist es politische Unbedarftheit, vielleicht auch einfach nur, weil er selbst keine Antworten hat. In jedem Fall ist das für den Pandemie-Minister hochnotpeinlich und der Effekt der, dass sich keiner mehr auskennt.

Bitte kein Ego-Gehabe mehr!
Schön wäre es, wenn sich alle einmal wieder zusammenreißen könnten, Politiker wie der Rest der Bevölkerung. In diesen Zeiten brauchen wir alles andere als kleinkindliches Hickhack, Gräben und Ego-Gehabe. Vielleicht könnten wir ja die weihnachtliche Besinnlichkeit dieses Jahr schon etwas vorziehen? Egal, was der Politik hilft, wieder in die Spur zu finden - sie soll es bitte schnell tun.

Katia Wagner
Katia Wagner
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