Stich statt Lockdown

Kanzler: Für Ungeimpfte „ungemütliche“ Weihnachten

Politik
11.11.2021 13:15

Trotz der höchsten Neuinfektionszahlen seit Beginn der Pandemie, mehr als 430 belegten Intensivbetten und drohenden Regional-Lockdowns haben sich Bundeskanzler Alexander Schallenberg und Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (beide ÖVP) am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zuversichtlich gezeigt, dass es noch nicht zu spät ist: „Wir können die vierte Welle auch jetzt noch brechen.“ Das Werkzeug dazu: der „alles entscheidende“ dritte Stich. Für Ungeimpfte würden der Winter und Weihnachten aber „ungemütlich“. 

Auf dem Stufenplan stehe man derzeit „wenige Tage“ vor dem Lockdown für Ungeimpfte, so der Bundeskanzler. „Wollen wir dorthin? Natürlich nicht.“ Es stehe der Bevölkerung ein „Exit-Ticket“ aus diesem Szenario zur Verfügung: die Impfung - und da besonders der dritte Stich. Dafür sprach sich auch Wallner aus: Die Booster-Impfung habe einen sofortigen Effekt: „Am ersten Tag der dritten Impfung hat man die Grundimmunisierung. Aber sie muss gesetzt werden.“

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (li.) und Bundeskanzler Alexander Schallenberg (Bild: APA/BKA/FLORIAN SCHROETTER)
Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (li.) und Bundeskanzler Alexander Schallenberg

Schallenberg: „Kein Lockdown der Geimpften“
Der Kanzler hoffe, die „Drohkulisse“ eines anstehenden Lockdowns trage dazu bei, dass die „beschämend niedrige“ Impfquote im Land steigt. Dass es zu einem weiteren „General-Lockdown“ kommen könnte, schloss er aus: „Für mich ist klar: Es soll keinen Lockdown der Geimpften aus Solidarität mit den Ungeimpften geben.“ Die Ungeimpften dürften die Verantwortung nicht auf den Geimpften abladen, auch sehe er „demokratiepolitisch“ nicht ein, warum sich die Mehrheit von der Minderheit „in Geiselhaft“ nehmen lassen sollte.

„Sehen derzeit sehr klare Weihnachten unter 2G“
Bei den Maßnahmen sei man allerdings „sicher noch nicht am Ende der Fahnenstange“ angelangt, sagte Schallenberg. Stellschrauben könnte man zum Beispiel bei der FFP2-Maskenpflicht in Innenräumen oder einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen anziehen. Auch wiederholte er seine Aussagen vom „Krone“-Doppelinterview mit Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) vom Sonntag: „Wir sehen derzeit sehr klare Weihnachten unter 2G.“ Ein Lockdown für Ungeimpfte sei eine „sehr harsche Maßnahme“, aber offenbar notwendig. Man werde hier zudem den Kontrolldruck weiter verschärfen.

Auch Wallner betonte die Wichtigkeit des dritten Stichs, den er für das einzige Mittel halte, die vierte Welle zu brechen: „Der Lockdown wird uns nicht durch die Krise oder aus kommenden Wellen führen, die einzige Möglichkeit ist die Impfung.“ Als Beispiel nannten sowohl Wallner als auch Schallenberg Israel, wo eine Impfkampagne für den dritten Stich die Infektionswelle habe brechen können.

Wallner: „Nicht Lockdown - Welle - Welle - Lockdown“
Eine Aufforderung, „über den Tag hinaus“ zu planen, gab es aus Vorarlberg in Richtung Gesundheitsministerium. Die Strategie könne nicht heißen „Lockdown - Welle - Welle - Lockdown. Wir müssen da wieder herausfinden.“ Der Grund für die jetzige Lage sei schlicht die zu geringe Impfquote.


Mückstein berät erneut mit Salzburg und Oberösterreich

Am Freitag finden erneut Beratungen von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) mit den Landeshauptleuten der besonders von explodierenden Zahlen betroffenen Bundesländer Salzburg und Oberösterreich statt. Mückstein war am Vortag mit seinem Vorschlag, regionale Lockdowns für Ungeimpfte einzuführen, vorerst bei Wilfried Haslauer und Thomas Stelzer (beide ÖVP) abgeblitzt.

Noch am Donnerstag werden Gespräche auf Experten-Ebene geführt, unter anderem auch die routinemäßige Sitzung der Corona-Kommission.

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