16.10.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Waren die Corona-Hilfen zu großzügig?

Es war Panik angesagt: Die Corona-Pandemie stellte alle vor dramatische Entscheidungen. Alle. Mediziner, Politiker, Unternehmen, Staatsbürger jedweder Profession. Keiner hatte Erfahrungen, viele aber düstere Vermutungen.

In dieser Situation hat sich die Politik entschlossen, schnell und großzügig zu helfen. Mit Geld, mit sehr viel Geld. Über 40 Milliarden Euro, das ist kein Klacks. Finanzminister Gernot Blümel hat jetzt bei der Budgetrede ehrlich festgestellt: „Es gab keine Blaupause für diese Entscheidungen. Alles war neu.“

Heute können wir festhalten: Im Großen und Ganzen hat man richtig reagiert. Die Kurzarbeit (10,3 Mrd. Euro) hat verhindert, dass es zu einem Arbeitslosen-Drama und zu Kündigungswellen gekommen ist, die Soforthilfe (5,6 Mrd. Euro) bewahrte viele kleine Selbstständige vor dem Existenzverlust, Steuerstundungen (5,1 Mrd. Euro) retteten vor Liquiditätsengpässen, Härtefallfonds (2,2 Mrd. ) und Fixkostenzuschuss (1,8 Mrd. Euro) bewirkten, dass die befürchtete Pleitewelle ausblieb. Und die Investitionsprämie erwies sich als absoluter Bestseller und positiver Entscheidungs-Turbo.

Also alles richtig gemacht? Sicher nicht, das geht in so einer Stress-Situation auch gar nicht. Aber wichtig war, dass schnell und großzügig ausbezahlt wurde, das war ein Riesending für Institutionen, die auf solchen Massenandrang nicht ausgerichtet waren.

Der Großteil der Firmen hat korrekt beantragt, wie immer gibt es auch einige „schwarze Schafe“. Wenn die bestraft werden, ist das in Ordnung, aber die meisten haben das Geld wirklich gebraucht.

Georg Wailand
Georg Wailand
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