01.10.2021 20:33 |

Gerührt & geschüttelt

Das sagt DER Bond-Experte über das 007-Finale

Der 25. James Bond, „Keine Zeit zu sterben“, ist endlich in den Kinos - und killt dort auch in Österreich die Angst vor Corona. Denn die Fans wissen, „so einen Film kann man nur im Kino sehen“! Es ist die letzte - und emotionalste - Mission von Daniel Craig als 007. krone.at hat mit DEM deutschsprachigen Bond-Experten schlechthin, dem Deutschen Danny Morgenstern, über das Ende einer Ära gesprochen, über das man seiner Ansicht nach auch noch in 30 Jahren sprechen wird. Und: In dem Film steckt mehr Ian Fleming, dem Schöpfer von 007, als man glauben mag.

Was mit „Casino Royale“ für Daniel Craig als James Bond vor rund 15 Jahren ihren Anfang nahm, kommt jetzt in „Keine Zeit zu sterben“ zum fulminanten Abschluss. Lesen Sie dazu auch die - spoilerfreie - krone.at-Filmkritik. So viel steht fest: So hat die Welt James Bond definitiv noch nie gesehen!

Deutscher kennt Bond wie kaum ein anderer
Dem kann auch der Bond-Experte Danny Morgenstern im Gespräch mit krone.at nur zustimmen. Morgenstern ist DER deutsche Bondianer und hat schon zahlreiche Bücher, darunter ein 1700 starkes Lexikon und zuletzt „Unnützes James Bond Wissen“, zum besten Agenten im Geheimdienst ihrer Majestät verfasst. Er steht regelmäßig als Teil des „James-Bond-Tribute-Concert“-Programms auf der Bühne und organisiert die „Mission Bond“-Conventions in Braunschweig. Sein neuestes Werk, „Das ultimative James Bond Quizbuch“, wird es hier auf krone.at demnächst auch zu gewinnen geben!

Morgenstern ist überzeugt: Vom 25. Bond, anders als von manch anderem Teil der Franchise, wird man auch noch in 30 Jahren mit Ehrfurcht sprechen. Ein mehr als würdiges Ende für Daniel Craig als 007, da ist man sich im Gespräch einig. Spannend auch, dass in „Keine Zeit zu sterben“ mehr von den Romanen von Ian Fleming steckt, als man glauben mag. Die Drehbuchautoren, bestätigt der Experte, sind hier tief in den Bond-Mythos eingetaucht. Zahlreiche Elemente des neuen Films - die nicht gespoilert werden sollen - sind in den literarischen Vorlagen Flemings, die zu ihrer Zeit große Besteller waren, zu finden.

Das sind die Highlights für den Bond-Experten
Der Bond-Experte verrät krone.at auch seine persönlichen Highlights aus dem Film: Zunächst einmal ist da die Kubanerin Ana de Armas, die als CIA-Agentin Paloma Daniel Craig beinahe die Show stiehlt. Was dieser jedoch, die Fans können beruhigt sein, völlig egobefreit locker wegstecken kann und sich selbst in den Szenen mit de Armas sichtlich köstlich amüsiert. Da macht sich im Kinosaal ein breites Grinsen im Gesicht breit. Besseren Humor in Kombination mit Action hat man schon lange in keinem Bond-Film mehr serviert bekommen.

Die 30 Jahre alte Schauspielerin dürfte übrigens auch im echten Leben - davon konnte sich krone.at selbst im Interview überzeugen - gerne Späßchen treiben. Morgenstern wurde von ihr bei der Weltpremiere in London am roten Teppich „gefotobombt“, wie er sich lachend erinnert.

Zweites Highlight für Morgenstern ist die von Regisseur Cary Fukunaga („True Detective“) und dem Filmteam brillant inszenierte Kombination aus Natur und Action. Man denke etwa an die Verfolgungsjagd durch die vernebelten Wälder Norwegens mit Land Rover und Motorrädern, die schon im Trailer zu sehen war. Die Kampfszenen seien durchwegs für den Zuschauer nachvollziehbar, was bei Bond nicht immer der Fall war, wie Morgenstern zu bedenken gibt.

Das dritte Highlight des Bondianers dürfte uns Österreicher besonders freuen: Christoph Waltz als 007-Erzfeind Ernst Blofeld. War der Superschurke für Morgenstern in „Spectre“ nicht völlig überzeugend, kann der Oscar-Preisträger der Figur in „Keine Zeit zu sterben“ eine weitere Facette hinzufügen, die Blofeld zu einem tiefgründig ekligen, fast schon verrückt anmutenden Gegenspieler werden lässt - ohne dabei zur Karikatur zu verkommen. Das kann nur ein Schauspieler vom Kaliber eines Christoph Waltz!

Vom anderen Film-Bösewicht und Oscar-Preisträger Rami Malek (Freddie Mercury in „Bohemian Rhapsody“) wird man in Zukunft ebenfalls noch viel zu sehen bekommen, ist der Bond-Experte sicher. Der Ausnahmeschauspieler, rund um den auch am roten Teppich in London der größte Trubel und ein wahres Blitzlichtgewitter herrschte, legt seinen Schurken Morgenstern zufolge „fast zu realistisch“ an. Sein Schurke ist ein echter Psychopath, der einem das Fürchten lehrt. Vielleicht für einen Bond schon etwas zu nah an unserer Realität, in der Verbrecher nicht immer ein logisch erklärbares Motiv für ihre Schandtaten haben, erklärt der Bond-Experte.

Und die obligatorische Frage, wer denn jetzt der beste aller Bonds ist? Das bleibt jedem Fan selbst überlassen. Der nächste Bond wird jedenfalls gewaltig große Schuhe zu füllen haben, ist Morgenstern überzeugt. Die Suche soll laut den Produzenten im kommenden Jahr so richtig losgehen.

„Keine Zeit zu sterben“ ist letztlich das mehr als würdige Ende einer Ära. Ein Finale, das sich ausgiebig und äußerst respektvoll aus der Welt von Bond - den Filmen ebenso wie den literarischen Werken von 007-Schöpfer Ian Fleming - bedient, um daraus einen „zuerst gerührten und dann geschüttelten“ Cocktail zu mixen. Wer den Film gesehen hat und den Kinosaal verlässt, weiß was damit gemeint ist.

Craig-Ära endet mit berührendem Fleming-Zitat
Bond-Experte Morgenstern hat auf Bitten von krone.at auch noch in den Tiefen des Bond-Archivs gestöbert und ein interessantes Detail bestätigt: Das berührende, von M (Ralph Fiennes) gesprochene Zitat ganz am Ende des Films stammt aus einem Briefverkehr des Bond-Vaters Ian Fleming höchstpersönlich. Es sind Worte, die Fleming später für den Roman „Man lebt nur zweimal“ nutzen wird, und die nun die letzten gesprochenen Worte der Bond-Ära von Daniel Craig geworden sind. „Ich möge meine Tage nicht darauf verschwenden, sie zu verlängern. Ich möge die Zeit nutzen …“

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