S34-Gegner frohlocken

„Das ist der Todesstoß für die Schnellstraße“

Bewaffnet mit einem Gutachten der Technischen Universität Wien, glauben Gegner der Schnellstraße ins Traisental dieser den Todesstoß versetzen zu können. Denn laut Aktivist Karl Weiländer zerpflückt diese Studie die Argumente der Befürworter: „Das Verkehrsaufkommen auf der B 20 stagniert, wir brauchen die S34 nicht.“

Erstmals hatten die Kämpfer für ein „Lebenswertes Traisental“ 2012 eine TU-Studie in Auftrag gegeben. Schon damals zeigte die Langzeit-Analyse eine deutliche Stagnation des Verkehrsaufkommens. Jetzt aber der Hammer: Nach penibler Zählung zerbröseln die Argumente der Schnellstraßen-Befürworter förmlich. Denn die Belastung durch Autokolonnen entspricht annähernd jener von 1999 (!). Damals waren auf der B20 bis nach Traisen 12401 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden gezählt worden. Heute sind es um lediglich 49 mehr ...

„Das Argument der Asfinag, dass eine vierspurige Schnellstraße gebraucht wird, stimmt also nicht und ist mit dieser wissenschaftlich gründlichen Expertise der renommierten Technischen Universität widerlegbar“, schildert Weiländer, der mit betroffenen Bauern und Anrainern unverdrossen gegen das „klimakillende Bauprojekt“ kämpft.

100 Hektar Bauernland sollen „verschwinden“
Wie berichtet, würden mindestens 100 Hektar fruchtbaren Bauernlandes sowie auch Waldoasen und andere Biotope unter Asphalt verschwinden. Der Flugplatz in Völtendorf wäre damit vermutlich der einzige Graspistenairport Europas, der vierspurig untertunnelt werden müsste.

Kompromiss zeichnet sich ab
Inzwischen zeichnet sich – wie die „Krone“ erfuhr – hinter den Kulissen ein Kompromiss ab, mit dem alle leben könnten. Dem Vernehmen nach würden sich die sicherlich reinen Herzens für eine Entlastung der B20-Anrainer kämpfenden Befürworter auch mit einer abgespeckten Version zufriedengeben. Laut dem St. Pöltener Vizebürgermeister Harald Ludwig wäre auch der – allerdings sehr rasche und von Umweltministerin Leonore Gewessler verbindlich zugesagte – Ausbau der Bahnlinie eine Variante. Die grüne Ökoressortchefin wird von den S34-Befürwortern zu einem Dialog aufgefordert; dieser sei bisher nicht zustande gekommen, heißt es.

Mark Perry
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Lukas Lusetzky
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