Nach Absagen-Flut

Trump sperrt Kennedy Center für zwei Jahre zu

Außenpolitik
02.02.2026 12:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Zwei Jahre Pause für eines der berühmtesten Kulturhäuser der USA – und das inmitten massiver Proteste aus der Kunstszene: US-Präsident Donald Trump will das Kennedy Center in Washington ab Juli für rund zwei Jahre schließen lassen, um es nach seinen Vorstellungen umzubauen. Die Ankündigung folgt auf zahlreiche Absagen prominenter Künstler und markiert einen weiteren Höhepunkt im politischen Umbau des traditionsreichen Hauses.

Trump kündigte auf seiner Plattform Truth Social an, das nun offiziell „Trump Kennedy Center“ genannte Kulturzentrum umfassend renovieren zu lassen. Ziel sei es, aus dem Haus „den besten Ort für Musik, Kunst und Entertainment weltweit“ zu machen. Die US-Regierung hatte zuletzt mehrfach betont, der Gebäudekomplex am Potomac-Fluss sei in einem schlechten Zustand und dringend renovierungsbedürftig.

Trump stellte seinen Namen einfach davor
Das Kennedy Center wurde einst nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannt und zeigt traditionell Produktionen aus Theater, Tanz und Musik aller Genres. Im Dezember wurde Trumps Name offiziell ergänzt – ein Schritt, der international für Kritik sorgte. In der Folge sagten mehrere Künstlerinnen, Künstler und Ensembles ihre geplanten Auftritte ab.

Weltberühmter Komponist sagt sogar Premiere ab
Zu den prominentesten Absagen zählt jene des weltbekannten US-Komponisten Philip Glass. Der 88-Jährige zog die für Juni geplante Uraufführung seiner 15. Symphonie „Lincoln“ zurück. In einer öffentlich verbreiteten Stellungnahme erklärte Glass, die aktuelle Führung des Kennedy Centers stehe im Widerspruch zu den Werten, für die sein Werk stehe. Unter diesen Umständen könne er die Premiere nicht verantworten.

US-Präsident greift durch
Hintergrund der künstlerischen Proteste ist die Neuausrichtung des Hauses seit Trumps Rückkehr ins Präsidentenamt. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt entließ Trump mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm selbst den Vorsitz und setzte den früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, als Präsidenten des Kennedy Centers ein. Zugleich äußerte Trump scharfe Kritik an aus seiner Sicht „woken“ Programmen und kündigte eine inhaltliche Neuausrichtung an.

Boykottaufrufe, Philharmoniker spielen trotzdem 
Neben Philip Glass sagten in den vergangenen Monaten zahlreiche weitere bekannte Namen ihre Auftritte ab, darunter Issa Rae, Béla Fleck, Renée Fleming, die Martha Graham Dance Company, Stephen Schwartz sowie das Musical „Hamilton“. Das Kennedy Center wies die Boykotte zurück. Eine Sprecherin erklärte, Politik habe in der Kunst keinen Platz, Boykottaufrufe aus politischen Gründen seien der falsche Weg.

Während viele internationale Künstler dem Haus fernbleiben, halten andere an ihren Plänen fest. Die Wiener Philharmoniker wollen ihren für März angesetzten Auftritt nicht absagen. Das Orchester betonte, das Konzert sei seit Jahren geplant und verstehe sich im Rahmen einer US-Tournee als musikalischer Gruß Österreichs anlässlich des amerikanischen Jubiläumsjahres.

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