09.09.2021 13:37 |

Spera nicht verlängert

Jüdisches Museum: Barbara Staudinger neue Chefin

Die Zeit von Danielle Spera an der Spitze des Jüdischen Museums Wien geht zu Ende, Barbara Staudinger übernimmt im Juli 2022 die Direktion der renommierten Einrichtung. Das teilte die zuständige Wien Holding am Donnerstag via Aussendung mit. Die derzeitige Direktorin des Jüdischen Museums in Augsburg setzte sich damit gegen 19 Bewerberinnen und Bewerber durch, unter ihnen auch Spera selbst, die sich um eine Verlängerung ihres mit Juni 2022 auslaufenden Vertrages beworben hatte.

Staudinger kam 1973 in Wien zur Welt, wo sie Theaterwissenschaft, Geschichte und Judaistik studierte. Nach ihrer Zeit als wissenschaftliche Angestellte am Institut für jüdische Geschichte Österreichs von 1998 bis 2005 wurde sie Kuratorin am Jüdischen Museum München und war Teil des Teams zur Neugestaltung der österreichischen Ausstellung im Museum Auschwitz-Birkenau. Seit 2018 steht sie dem Jüdischen Museum Augsburg vor.

Prominente legten sich für Spera ins Zeug
Die Wien Holding hatte die Direktion im März ausgeschrieben, 20 Personen bewarben sich. Staudinger ging als Favoritin der Findungskommission hervor, die sich laut Aussendung einstimmig für sie aussprach. Spera hatte bis zuletzt um ihre Verlängerung gekämpft. In einem offenen Brief sprachen sich jüngst prominente Unterstützer wie Ex-Kanzlerin Brigitte Bierlein, ORF-Chef Alexander Wrabetz, Universalkünstler André Heller oder die Salzburger Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler für den Verbleib der 64-Jährigen aus.

„Ausgezeichnet geführtes Haus“: Wiens Politik dankt Spera
Der für die Wien Holding zuständige Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) streute Spera am Donnerstag zumindest indirekt Rosen: „Wir übergeben Barbara Staudinger ab Mitte 2022 ein ausgezeichnet geführtes Haus, das Danielle Spera durch ihre hervorragende Arbeit und ihr unermüdliches Engagement zu einem Fixpunkt der Wiener Museumslandschaft gemacht hat.“ Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) dankte Spera ebenfalls und prognostizierte in Richtung Staudinger: „Aufbauend auf der großartigen Arbeit von Danielle Spera wird sie ein neues Kapitel in der Geschichte des Museums schreiben.“

Ariel Muzicant, als Vertreter der Kultusgemeinde Mitglied der Kommission, meinte, von der Personalentscheidung erwarte man sich „einen neuen Zugang zur Sammlung des Museums, eine Neupositionierung in der Museumslandschaft, eine Erschließung neuer Bevölkerungsschichten, eine Auseinandersetzung mit aktuellen Ereignissen, eine verstärkte Vermittlung und eine gute Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde“.

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