21.08.2021 10:12 |

Könnte Wendepunkt sein

Neue Delta-Mutation beunruhigt Wissenschaftler

Die Delta-Variante des Coronavirus ist nicht nur zur dominanten Mutation der Pandemie geworden, sie zeichnet sich auch hauptverantwortlich für den weltweiten Anstieg der Corona-Fallzahlen. Nun macht sich eine weitere Mutation davon vor allem im Süden der USA breit - und auch Großbritannien und Israel verzeichnen Infektionen damit. Experten befürchten nun, dass sie „noch ansteckender als die Delta-Variante“ sein könnte.

Zwar sind die Fallzahlen mit der Untervariante „AY.3“ noch gering, Forscher in mehreren Ländern warnen aber bereits vor der Ausbreitung. Die vorliegenden Daten würden darauf hindeuten, dass die ohnehin schon vergrößerte Ansteckungsgefahr von Delta mit der Mutation abermals gestiegen sein dürfte.

„Das sind definitiv die ersten klaren Zeichen einer potenziell besorgniserregenden Variante“, warnte etwa Christina Pagel, Professorin am University College London, auf Twitter. Der Anteil von „AY.3“ steige auch in Teilen Englands bereits an - wenn auch noch auf niedrigem Niveau. Es sei sogar denkbar, dass die Variante die ursprüngliche Delta-Mutation verdrängen werde. Darauf deuten Daten aus dem Osten des Landes bereits hin.

„Sollten anfangen, uns vorzubereiten“
Wesentlich weiter verbreitet ist die neue Untervariante bereits in den USA. Besonders in einigen südlichen Bundesstaaten, etwa in Missouri und Mississippi, liegt der Anteil von „AY.3“ bereits bei knapp 50 Prozent. Das sei zwar noch kein Nachweis, dass die neue Variante eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit sich bringe, „aber wir haben das schon einmal gesehen und wir sollten anfangen, uns vorzubereiten“, so Pagel.

Variante „sieht sehr, sehr virulent aus“
In Israel teilte das Gesundheitsministerium mit, dass „AY.3“ bereits im Land sei und vermutlich aus den USA eingeschleppt wurde. „Es sieht sehr, sehr virulent aus, was die Infektionsrate angeht, und es sieht so aus, als ob sie eine relative Resistenz gegen den Impfstoff entwickelt“, sagte Asher Shalmon, Leiter des Referats für Internationale Beziehungen, vor einem Ausschuss des Parlaments. „Diese Variante könnte ein Wendepunkt sein und uns in die Abriegelung treiben, die wir so sehr zu vermeiden versuchen“, warnte Shalmon laut der Zeitung „Haaretz“.

Schneller Impferfolg wichtig
Auch in Deutschland ist man bereits alarmiert. Wie der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach via Twitter erklärte, scheine die neue SARS-CoV-2-Variante „noch ansteckender als die Delta-Variante zu sein“. Das erinnere daran, wie „wichtig der schnelle Impferfolg ist. Es wird auf jeden Fall noch gefährlichere Variante als Delta geben“.

Fakten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt die Delta-Mutation und ihre Untervarianten zu den aktuell vier besonders besorgniserregenden Versionen des Coronavirus: Alpha tauchte zuerst in Großbritannien auf, Beta in Südafrika, Gamma in Brasilien und Delta in Indien.

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