20.08.2021 14:28 |

Dramatische Szenen

Kabul: Deutscher am Weg zum Flughafen angeschossen

Ein deutscher Staatsbürger ist - offenbar auf dem Weg zur Evakuierung aus Afghanistan - in Kabul angeschossen worden. Es handle sich um einen Zivilisten, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin.

„Er wird medizinisch versorgt, es besteht aber keine Lebensgefahr“, so Demmer. „Und er wird bald ausgeflogen werden.“ Deutschland versucht derzeit nach der Machtübernahme der Taliban, seine Landsleute und Ortskräfte aus Kabul außer Landes zu bringen - doch der Weg durch die afghanische Hauptstadt wird für die Schutzsuchenden zum Überlebenskampf.

Videos in den sozialen Netzwerken zeigen etwa Angehörige der Taliban, die mittels Schüssen und Peitschenhieben versuchen, Menschen auf dem Weg zum Hamid Karzai International Airport zu stoppen.

Chaotische Zustände rund um Flughafen
Um den Flughafen herrschen seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban chaotische Zustände. Die Lage ist extrem gefährlich. Die Verzweiflung der Menschen, die auf Evakuierungsflüge gelangen wollen, wird von Stunde zu Stunde größer. Das berichtete ein Augenzeuge am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Demnach halten sich am Eingang zum zivilen Teil, der an einem großen Kreisverkehr liegt, weiterhin Hunderte Menschen auf, die versuchen, auf das Gelände und dann mit westlichen Flugzeugen außer Landes zu kommen.

Staaten forcieren Evakuierung
Die USA verstärken indessen ihre Bemühungen zur Evakuierung von US-Amerikanern, Afghanen und Menschen anderer Nationalitäten aus Kabul. Auch andere Länder setzen ihre Evakuierungsflüge fort: In der Nacht auf Freitag brachten deutsche Bundeswehr-Maschinen erneut Hunderte Menschen aus der afghanischen Hauptstadt heraus. Nach Angaben des US-Außenministeriums warten am Flughafen Kabul rund 6000 Menschen, die alle Voraussetzungen für die Ausreise erfüllen.

Bisher vier Österreicher ausgeflogen
Die deutsche Bundeswehr twitterte am Freitag, sie habe bisher 1.649 Menschen aus 38 Nationen über eine Luftbrücke in Sicherheit gebracht. Es ist der bisher größte Evakuierungseinsatz. Auf den deutschen Evakuierungsflügen sollen nach Angaben des Außenministeriums auch die Österreicher, die sich noch in Afghanistan befinden, untergebracht werden. Bisher gelang es demnach, insgesamt vier Personen außer Landes zu bringen. „Einige Dutzende“ Österreicher mit afghanischen Wurzeln halten sich laut Außenministerium derzeit noch in und um Kabul auf.

Die Zahlen würden sich „laufend ändern“, hieß es am Freitag weiter. Am Donnerstag war noch von 50 Personen die Rede. Ein aus Mitarbeitern des Außenministeriums und Bundesheerangehörigen bestehendes Krisenteam, das die noch in Afghanistan befindlichen Österreicher bei der Ausreise unterstützen soll, werde unterdessen mit der ersten für Freitag geplanten Bundeswehr-Maschine von Taschkent nach Kabul reisen.

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