Grüne contra ÖVP

Statt S-10-Weiterbau Diskussion um Bahn-Offensive

Den Vorwurf der Gesprächsverweigerung wollte Grünen-Landesrat Stefan Kaineder nicht auf sich sitzen lassen. Gestern nahm er sich bei einem Lokalaugenschein in Rainbach ausführlich Zeit für ÖVP-Bürgermeister Günter Lorenz. Dieser hatte zuletzt heftige Kritik an den Grünen wegen den Verzögerungen beim Ausbau der S 10 von Freistadt in die kleine Mühlviertler Gemeinde geübt.

Diese Abgehobenheit und Arroganz ist nicht mehr zu überbieten! Zuerst verunsichert Ministerin Leonore Gewessler ganz Österreich mit ihren Baustopps, und dann verweigern die Grünen auf Bundes- und Landesebene jegliches Gespräch“, polterte zu Beginn der Woche der Rainbacher ÖVP-Ortschef Günter Lorenz. Wie berichtet, hängt der Weiterbau der S 10 von Freistadt bis Rainbach und in weiterer Folge bis zur tschechischen Grenze in der Luft, da die Ministerin alle Asfinag-Verkehrsprojekte einem Klima-Check unterziehen wird.

Lokalaugenschein
Grünen-Landesrat Stefan Kaineder machte sich am Samstag, nur fünf Wochen vor der Landtagswahl am 26. September, nun selbst vor Ort ein Bild und besprach die Causa auch mit Lorenz. An der Evaluierung der großen Straßenbauprojekte hielt Kaineder fest: „Man könne nicht im alten Denken einfach weiter Straßen bauen, ohne zu klären, ob sie nicht den Klimazielen widersprechen.“

Attraktivierung der Bahn
Entscheidend sei jetzt ein rascher Ausbau der Bahnlinien als echte Alternative zu den Straßen. Ministerin Gewessler habe den Startpunkt für die Umsetzung der Linzer Stadtbahn gesetzt. „Das ist für den Ballungsraum ein Jahrhundertprojekt. Ebenso wichtig ist die Attraktivierung der Summerauerbahn, die auch durch Rainbach führt“, so Kaineder weiter.

Sofortige Entlastung nötig
Lorenz war über diese Aussagen wenig begeistert: „Der zweigleisige Ausbau der Summerauerbahn ist ein Projekt, dass einige Jahrzehnte dauert. Ein Ausbau der Bahn kann nur eine Ergänzung im Mobilitätsangebot sein. Wir brauchen am besten sofort eine Entlastung unserer Ortschaften vom Transitverkehr. Für mich ist Klimaschutz auch Menschenschutz."

Mario Zeko
Mario Zeko
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Dienstag, 28. September 2021
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