22.07.2021 14:23 |

Strafzinsen für Banken

0,0% Leitzins: EZB bleibt bei ultralockerem Kurs

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird auf absehbare Zeit an ihrem ultralockeren Kurs zur Stützung der Wirtschaft festhalten. Die Euro-Wächter um Notenbank-Chefin Christine Lagarde passten am Donnerstag auf der ersten Zinssitzung nach ihrer Strategieerneuerung den geldpolitischen Ausblick an die geänderten Vorgaben an. Weiterhin bleiben die Leitzinsen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Im Zuge des Strategiechecks hatten sich die Währungshüter vor zwei Wochen ein neues Inflationsziel von zwei Prozent gesetzt, nachdem es zuvor auf unter, aber nahe zwei Prozent gelautet hatte. Zugleich räumten sie sich etwas mehr Spielraum beim Erreichen ihres Ziels ein. Wenn die Zinsen wie derzeit bereits extrem tief liegen, sind aus Sicht der EZB besonders kraftvolle oder lang anhaltende Maßnahmen nötig.

Banken müssen für überschüssiges Geld Strafzinsen zahlen
Die EZB beschloss auf ihrer Sitzung zudem, die Leitzinsen auf ihren aktuellen tiefen Niveaus zu belassen. Bereits seit März 2016 liegen diese bei 0,0 Prozent. Geschäftsbanken können sich damit weiter mit frischem Geld versorgen, ohne Zinsen zu zahlen. Auch am Einlagesatz von minus 0,5 Prozent rüttelte die EZB nicht. Banken müssen weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken.

Notfallprogramm im Umfang von 1,85 Billionen Euro
Die Euro-Notenbank hat zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Krise umfangreiche Hilfsmaßnahmen aufgelegt, um günstige Finanzierungsbedingungen sicherzustellen und um dafür zu sorgen, dass der Kreditfluss an die Wirtschaft nicht abreißt. Dazu gehören unter anderem ein massives Notfallprogramm zum Ankauf von Staatsanleihen, das insgesamt auf 1,85 Billionen Euro angelegt ist, und sehr günstige Langfrist-Kreditspritzen für die Banken.

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