„Krone“-Kommentar

Ist da jemand?

Kolumnen
20.07.2021 06:01

„Es ist alles sehr kompliziert.“ Mit diesen fünf Worten hat Bundeskanzler Fred Sinowatz in seiner Regierungserklärung 1983 darauf hingewiesen, dass es in einer pluralistischen Demokratie keine perfekten Lösungen gibt. 38 Jahre später beschreibt seine Feststellung perfekt den Zustand der SPÖ.

Da tobt seit Wochen ein Machtkampf zwischen der Parteivorsitzenden und dem mächtigen burgenländischen Landeshauptmann. Krieg oder Frieden? Diese Frage hat Pamela Rendi-Wagner im „Krone“-Sonntagsinterview eindeutig beantwortet. Das Ziel müsse Frieden sein, auch mit Hans Peter Doskozil, dem sie attestierte, „ein wichtiger SPÖ-Politiker“ zu sein.

Diesem „wichtigen SPÖ-Politiker“ trauen laut einer aktuellen Umfrage der Tageszeitung „Heute“ 34 Prozent zu, die Partei zu führen, der amtierenden Parteichefin nur 26 Prozent. Dabei spricht Doskozil vor allem ÖVP- und FPÖ-Wähler an, strahlt also deutlich nach Mitte-Rechts aus, während Rendi-Wagner Neos und Grüne, also den linken Flügel, anzieht.

Rechts, Links, Mitte, es ist alles sehr kompliziert. Denn für Wahlerfolge braucht die SPÖ die gesamte Breite. Wer könnte die garantieren? Ist da jemand? Mögliche Spitzenkandidaten wie Michael Ludwig oder Peter Hanke haben bereits abgewinkt.

Trotzdem wird fleißig weiter am Ast der ersten weiblichen Vorsitzenden der Sozialdemokratie gesägt, obwohl weit und breit kein Nachfolger in Sicht ist. Geschweige denn eine Nachfolgerin.

Conny Bischofberger
Conny Bischofberger
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