Enttäuschte Fans

Frequency abgesagt: „Die Jungen werden vergessen“

Niederösterreich
17.07.2021 15:42

Die Delta-Variante hat trotz aufwendigen Sicherheitskonzepts auch dem Frequency-Festival einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Stadt St. Pölten erließ eine Verordnung, die bei mehr als einen Tag dauernden Outdoor-Veranstaltungen eine Kapazitätsbegrenzung von 3000 Personen vorsieht - das bedeutete das Aus für das Mega-Festival. Veranstalter Harry Jenner im „Krone“-Interview über diese Entscheidung.

„Krone“: Sie haben bis zum Schluss gehofft – wie geht es Ihnen jetzt mit der Absage des Festivals?
Harry Jenner: Die Enttäuschung ist natürlich unendlich groß – auch bei meinem Team, das in den vergangenen Wochen viele Überstunden in die Vorbereitungen gesteckt hat. Es war z.B. ein ziemlicher Kraftakt, internationale Künstler in Zeiten einer Pandemie zu organisieren. Auch für die Jungen tut es mir leid. Auf sie wird wieder vergessen. Sie brauchen Gemeinschaftserlebnisse wie diese – wir hätten den sicheren Rahmen dafür bieten können.

Veranstalter Harry Jenner beim Frequency im Jahr 2014 (Bild: APA/HERBERT P. OCZERET)
Veranstalter Harry Jenner beim Frequency im Jahr 2014

Sogar das Land Niederösterreich bestätigte, dass Ihr Sicherheitskonzept sehr gut gewesen wäre ...
Wir haben das strengste Covid-19-Konzept in Österreich erarbeitet. Dafür haben wir uns extra Experten wie Niki Popper an Bord geholt, der uns die Sicherheitslage ausgerechnet hat. Wir hätten z. B. nur auf PCR-Tests gesetzt, mehr Security-Personal als üblich organisiert - und natürlich auch die Impfkampagne massiv unterstützt. Die Jungen sind da sonst ja nicht so leicht zu erreichen.

Was bedeutet die Absage wirtschaftlich für Sie?
Wir fallen wahrscheinlich zu 80 Prozent unter den Schutzschirm, aber das wird in den nächsten Tagen noch genau evaluiert. Dass Bund, Land und Stadt so völlig unterschiedlich entscheiden, führt natürlich auch zu einer großen Verunsicherung der ganzen Branche. Die trifft vom Plakatierer bis zum Veranstalter unfassbar viele Menschen. Jetzt hoffen wir auf das Jahr 2022 – und darauf, dass die fünf Prozent Mehrwertsteuer auf Tickets verlängert wird. Sonst sieht es wirklich düster aus.

 Kronen Zeitung
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