Das ist der Neue

Mini Cabrio JCW: Großer Spaß in kleinem Sportler

Motor
19.07.2021 00:00

Der Lack könnte „verheißungsvolles Gelb“ heißen, denn es ist der gleiche Farbton wie beim BMW M4, den wir kürzlich auf dem Wachauring zum Tanz ausgeführt haben. Allerdings heißt er hier am Mini Cabrio Zesty Yellow statt M Sao Paolo Gelb uni. Und langweilig wird’s im Mini tatsächlich nicht. Einen sportlichen Charakter haben beide Autos, doch der Mini will eigentlich nur spielen. Ob als Cooper S oder John Cooper Works ist praktisch egal.

(Bild: kmm)

Das ist eigentlich die wichtigste Erkenntnis zweier Testfahrten: So lange unter der Cooper-Works-Haube nicht der 306 PS starke Topmotor aus dem Mini GP werkt, muss es nicht das Topmodell John Cooper Works sein, der Cooper S reicht vollkommen. Im Realbetrieb fällt der Unterschied nicht mal auf, obwohl der JCW mit 231 PS deren 53 mehr hat. Das klingt nach mehr, als er auf die Straße bringt: Der Standardsprint gelingt im Cooper S mit Automatik in 6,9 Sekunden, der JCW schafft Tempo 100 nur vier Zehntel schneller. Und die 241 gegen 230 km/h Höchstgeschwindigkeit sind noch irrelevanter.

Wo verlieren sich die über 50 PS unterwegs? Schwer zu sagen. Es wird kaum allein an den 50 Kilogramm Mehrgewicht liegen, die der Stärkere der beiden mit seinen 1375 kg DIN-Gewicht auf die Waage bringt. Und dass die Achtgang-Sportautomatik ihren Dienst behäbiger verrichtet als das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe im Cooper S, wollen wir auch nicht hoffen. Jedenfalls fehlt der Punch, den man sich von einem Auto mit „John Cooper Works“-Emblem erwarten könnte.

Optisch fast identisch
Apropos Emblem: Mit JCW-Paket sind die beiden Autos nicht einmal optisch zu unterscheiden. Die gleiche aggressive, gerade frisch facegeliftete Front (LED-Scheinwerfer serienmäßig), der gleiche zentrale Doppelauspuff inmitten des Diffusors und sogar genanntes Emblem prangt an der Front. Lediglich am Heck steht beim einen „Cooper S“ und beim anderen „John Cooper Works“. Alle neuen Minis haben neuerdings Heckleuchten im Union-Jack-Design.

Was das Fahrgefühl betrifft, könnte man möglicherweise im direkten Vergleich einen Unterschied spüren. Nacheinander gefahren fällt an den an beiden Testwagen mit Adaptivdämpfern ausgestatteten Fahrwerken nichts auf. Beide kämpfen gleichermaßen mit geraden Strecken, sie lieben mehr die Kurven und müssen durch dauernde Korrekturen mehr oder weniger zum Geradeausfahren gezwungen werden. Doch auch Kurven brauchen kundige Hände, weil die Lenkung zwar recht direkt, aber eher gefühllos arbeitet und dazu neigt, Ecken in den Bogen einzubauen. Das konnten sie bei Mini schon mal besser.

Was für ein Spaßmobil!
Bei aller Detailkritik ist der Fahrspaß in den beiden starken Mini-Cabrios gewaltig. Das Dach (herrlich der optionale eingewebte Union Jack) öffnet/schließt sich elektrisch bei bis zu 30 km/h und verschafft den Insassen eine ordentliche steife Brise. Geht sich die Vollöffnung wettertechnisch nicht aus, lässt sich der vordere Dachteil als riesiges Schiebedach zurückfahren. Einzigartig! Das alles macht gute Laune auf jedem Meter.

Update im Innenraum
Statt des gewohnten Tachos steht hinterm Lenkrad nun das TFT-Display aus Mini SE und Mini GP. Es ist mit der Lenksäule verbunden und geht mit der Höhenverstellung mit. Trotzdem verdeckt das Lenkrad den oberen Bereich des Tachos. Ungeschickt.

Auch an der Software wurde gearbeitet. Die Connectivity versteht sich jetzt u.a. mit Amazons Alexa.

Die bisher billig wirkenden Lenkradtasten sind nun neuen, wertigeren Druckschaltern gewichen, die wie Touchflächen wirken, aber keine sind, sondern einen echten Druckpunkt haben. Fehlbedienungen sind leider trotzdem nicht selten. Das Lenkrad ist nun optional beheizbar.

Was sich mit dem Update nicht geändert hat, ist das Gummimaterial der Pedale - wenn man Schuhe mit Gummisohlen trägt, quietscht die Sohle auf dem Bremspedal.

Ebenfalls nicht geändert wurde das Angebot an Assistenzsystemen. Der Adaptivtempomat arbeitet weiterhin rein auf Basis der Frontkamera. Daher lässt er nur Geschwindigkeiten bis 140 km/h zu. Schaltet man die Abstandsregelfunktion ab, kann man den Standardtempomat bis Tempo 210 verwenden.

Fahrzit
Nach dem Facelift wertiger und trotz nervösen Fahrverhaltens echte Freudenspender: Die starken Mini-Cabrios sind hyperaktiv, aber sympathisch. Und dass der Cooper-S-Motor abgasvorschriftenbedingt auf 178 PS beschnitten werden musste, fällt nicht einmal im Vergleich zum John Cooper Works wesentlich ins Gewicht. Daher bekommt nun auch der Titel dieser Story ein Update: Mini Cabrio John Cooper Works und Cooper S - großer Spaß in beiden kleinen Sportlern.

Warum?
Perfektes Cabrio-Feeling
Schiebedach im Verdeck
Freudenspender

Warum nicht?
Nervöse Lenkung

Oder vielleicht …
… Mazda MX-5

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(Bild: kmm)



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