30.06.2021 16:45 |

Premiere in Österreich

Präsident der Seychellen auf Klima-Tour in Hofburg

Premiere in der Geschichte unseres Landes: Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Mittwoch den Präsidenten der Republik Seychellen, Wavel John Charles Ramkalawan, zu einem Staatsbesuch in Wien empfangen. Im Mittelpunkt stand der Kampf gegen den Klimawandel. „Auf den ersten Blick mögen das Alpenland Österreich und die Inselnation Seychellen vielleicht wenig gemeinsam haben. Von der Klimakrise sind wir jedoch beide in der einen oder anderen Art betroffen“, so Van der Bellen. Es war der erste Besuch eines seychellischen Präsidenten in Österreich.

„Mittlerweile haben alle verstanden, dass die Klimakrise keine Erfindung von Wissenschaftern ist und schon heute stattfindet“, sagte Van der Bellen. Als Inselnation seien die Seychellen besonders vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen. Umgekehrt gebe es in Österreich einen höheren Temperaturanstieg als im globalen Vergleich. Mit Ramkalawan sei er übereingekommen, „dass wir weiterhin größte Aufmerksamkeit auf ambitionierte globale Maßnahmen legen müssen“. Er freue sich, dass sein Gast am Donnerstag am Austrian World Summit teilnehmen und die Stimme der Inselnationen vertreten werde.

Vom Bundesheer angetan: „Bei uns wurde Hymne nicht so schön gespielt“
Ramkalawan zeigte sich zunächst beeindruckt von der Darbietung der österreichischen Militärkapelle. „Beim gestrigen Nationalfeiertag (der Seychellen, Anm.) wurde die Hymne nicht so schön gespielt“, meinte er und lud Van der Bellen auch gleich zu einem Staatsbesuch ein. Es gebe viele Bereiche, wo beide Staaten kooperieren könnten. So sei dies neben dem Tourismus auch der Kampf gegen die Klimakrise, denn „die Stimmen von kleinen Ländern müssen gehört werden“.

„Wir wollen, dass die großen Länder auf uns aufmerksam werden“
„Wenn in Europa die Gletscher schmelzen, spüren wir das auf den Seychellen“, so Ramkalawan. „Wir wollen, dass die großen Länder auf uns aufmerksam werden“, es gehe ums Überleben. Die Entscheidung von US-Präsident Joe Biden, sich im Kampf gegen den Klimawandel zu engagieren, sei „sehr wichtig“ gewesen. „Nun müssen wir aber handeln, sonst verschwenden wir unsere Zeit“.

Österreichische Firmen sollen bei Energiewende auf Seychellen helfen
Ausgetauscht habe man sich auch über den geplanten Ausbau der erneuerbaren Energieträger in beiden Ländern, sagte Van der Bellen. „Die auf den Seychellen noch stark fossil geprägte Stromerzeugung soll bis 2030 weitgehend auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden. Da können österreichische Firmen einen Beitrag leisten“, da es hier „bereits viel Erfahrung und Know-how“ gebe, betonte der Bundespräsident.

Musterknabe: 70 Prozent Corona-Durchimpfungsrate
Außerdem sei die aktuelle Pandemie-Situation in beiden Ländern ein Thema gewesen, so Van der Bellen. Er habe seinem Amtskollegen zur Durchimpfungsrate von 70 Prozent der Bevölkerung gratuliert, die weltweit zu den höchsten zähle. Da die Wirtschaft beider Länder wesentlich vom Tourismus abhängig sei, liege es im beiderseitigen Interesse, die Corona-Pandemie möglichst schnell zu überwinden, „da in unseren Ländern viele Arbeitsplätze und Familieneinkommen am Tourismus hängen“.

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