Verunreinigungen

„Alarmierend“ viele Tattoofarben sind „schädlich“

Leben
30.06.2021 14:01

Bunte Haut durch farbenprächtige Tätowierungen sind seit Jahrzehnten nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken, doch viele der verwendeten Farbstoffe sind laut einer Studie der Universität Graz in Kooperation mit Forschenden aus Schweden und Kanada schädlich. 73 gängige Produkte wurden untersucht und das Ergebnis sei „alarmierend“ gewesen: „Neun von zehn Farben erfüllen nicht alle gesetzlichen Bestimmungen.“ „In jeder zweiten Probe wurden falsche Pigmente nachgewiesen, mit Chrom und Nickel waren alle belastet“, so Forscher.

„93 Prozent der Proben verstießen mindestens gegen ein gesetzlich vorgegebenes Kriterium. 50 Prozent hatten falsche Pigmente als Inhaltsstoffe angegeben“, fasste Walter Gössler vom Institut für Chemie die Ergebnisse zusammen. Auf einigen Produkten sei ein Allergietest empfohlen worden. Doch von diesem werde durch Hautärzte abgeraten: „Im schlimmsten Fall könnte ein solcher Selbsttest dazu führen, dass man Allergien entwickelt.“

Nickel und Chrom in allen Proben gefunden
Spuren der oft unverträglichen Metalle Nickel und Chrom wurden in allen Proben gefunden. Mehrere Pigmente, die entweder verboten oder als bedenklich eingestuft sind, wurden in 61 Prozent der untersuchten Farben festgestellt. Arsen, Quecksilber und Blei förderten die Chemiker in jeweils einer Probe zutage.

Spuren der oft unverträglichen Metalle Nickel und Chrom wurden in allen Proben gefunden. (Bild: thinkstockphotos)
Spuren der oft unverträglichen Metalle Nickel und Chrom wurden in allen Proben gefunden.

Rote Farbstoffe enthielten am häufigsten Verunreinigungen
Kupfer kam vor allem in grünen und blauen Farben vor und überschritt in drei Proben den Grenzwert. „Die häufigsten Verunreinigungen enthielten rote Farbstoffe, die niedrigsten Schwarz und Weiß“, so Gössler. Die Forscher fordern angesichts der Ergebnisse, dass - zusätzlich zu den gesetzlichen Bestimmungen - die Farben verstärkt sowohl kontrolliert als auch Konsumenten über mögliche Risiken aufgeklärt werden.

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(Bild: kmm)



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