Neues Gutachten

Historikerin sieht Welser Venus-Statue NS-belastet

Nächste Runde im Streit um die Nachbildung einer Statue aus der Römerzeit, die in der Welser Fußgängerzone steht. Das Mauthausen Komitee präsentierte nun das Gutachten einer Linzer Historikerin, die die Statue als NS-belastet bezeichnet. Andreas Rabl, Bürgermeister von Wels, will erst einmal das Gutachten haben.

Birgit Kirchmayr, Geschichtsprofessorin an der Linzer Uni, kommt in ihrem sechsseitigen Gutachten zum Schluss: „Ein Objekt kann nicht losgelöst von seiner Geschichte betrachtet werden. Im Fall der Welser Venus besteht diese Geschichte nicht nur in ihrer altrömischen Herkunft, sondern eben auch in ihrer nationalsozialistischen Vereinnahmung.“

Aufarbeitung im Museum
Ihre Empfehlung: Die Statue in einem Museum statt in der Fuzo aufstellen und dort die Geschichte aufarbeiten - inklusive ihrer NS-Historie. Auftraggeber des Gutachtens ist das Mauthausen Komitee, erstellt hat es Kirchmayr kostenlos.

Bürgermeister Rabl will noch abwarten
„Jetzt liegt es am Gemeinderat, die Stadt von dieser Belastung zu befreien“, fordert Willi Mernyi vom Komitee. Stadtchef Andreas Rabl (FPÖ) will erst einmal das Gutachten auf dem Tisch haben. Für ihn ist aber jetzt klar, „dass es keine ,braune Statue‘ ist, wie immer behauptet wurde, sondern eine mit NS-Belastung.“ Er sieht den Streit als Wahlkampf-Geplänkel auf Kosten des Images der Stadt Wels.

Thomas Psutka, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 23. September 2021
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