22.05.2021 10:55 |

Online-Shopping

„Der B2B-Bereich hat viel Potenzial“

Immer öfter werden auch im B2B-Bereich Online-Shops nachgefragt. Mit Web-Stores für Endkunden sind diese freilich nicht zu vergleichen, müssen die Shops im B2B-Bereich doch weitaus mehr Stücke spielen.

Business goes Online-Shopping: Dank Amazon, Zalando und Co. ist der Online-Handel im Endkundensegment, also Business-to-Consumer (B2C), abgedeckt. Seit Beginn der Corona-Krise sind zwar einige Einzelhändler mit eigenem Web-Store online gegangen - schließlich wollte man die Ausfälle der Lockdowns zumindest bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Inwiefern das geklappt hat, ist allerdings offen. Der Kunde nämlich ist es gewohnt, auf gut etablierten Online-Portalen eine fast schon grenzenlose Auswahl vorzufinden und in der Folge in einem zumeist bestens funktionierenden, weil über viele Jahre kontinuierlich optimierten Online-Shop einzukaufen.

Höchste Ansprüche an die Nutzerfreundlichkeit
Und das führt mitunter dazu, dass auch im Business-to-Business-Bereich (B2B) vermehrt Online-Shopping-Lösungen nachgefragt werden. Was Usability und User Experience angeht, sind die Anforderungen mit jenen von B2C-Shops vergleichbar: Auch im B2B-Segment werden höchste Ansprüche an eine effiziente, effektive und vor allem zufriedenstellende Nutzung des Portals gestellt. Mit anderen Worten: Der Shop muss gut bedienbar sein und selbstverständlich sowohl auf stationären wie mobilen Endgeräten funktionieren.

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In den meisten Fällen braucht es in technischer Hinsicht hoch individualisierte Lösungen.

TOWA-Geschäftsführer Florian WASSEL

Ansonsten aber unterscheiden sich B2B-Plattformen wesentlich von Web-Stores für Endkunden, wie Florian Wassel, Gründer und Geschäftsführer der Digitalschmiede TOWA mit Sitz in Bregenz und Wien, erklärt: „In den meisten Fällen braucht es in technischer Hinsicht hoch individualisierte Lösungen. Ein B2B-Shop ist oft auch digitaler Vertriebskanal, der in vielen Fällen für ein weltweites Kunden- oder Partnernetz funktionieren muss.“ Während es Kunden gibt, bei denen bis zu 500.000 unterschiedliche Produktvarianten ersichtlich sein müssen, braucht es in anderen Fällen die Option, dass sogar Einzelanfertigungen über die Plattform bestellt werden können. Nicht zuletzt aus diesem Grund gilt es, im Vorfeld beispielsweise herauszufinden, was sich der Businesskunde erwartet und welche Prozesse er bei bestimmten Bestellungen durchläuft. Dieses Wissen wiederum muss dann in eine „Customer Journey“ übersetzt werden. Außerdem werden vorhandene Strukturen und Programme analysiert, spezielle Anforderungen benannt sowie Timing und Budget fixiert. Eine derartige Anforderungsphase kann zwei Monate dauern, wie das etwa bei Amann Girrbach der Fall war.

Herausforderung für das Entwicklerteam
Für den Full-Service Anbieter im Bereich der digitalen Dentalprothetik mit Sitz in Vorarlberg hat TOWA nämlich das bestehende Kundenportal um eine passende Shop-Lösung erweitert, bei der nicht nur sämtliche Bestellvorgänge online abgewickelt werden können, sondern zudem Datenaktualität garantiert wird. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe ist es, Amann Girrbach weltweit in über 90 Ländern zu vertreten. Dass dabei auch unterschiedlichste Zahlungsarten zum Einsatz kommen, auf Kundenauthentifizierung mittels „Single-Sign-On“-Funktion geachtet wird und zahlreiche weitere Features implementiert werden mussten, machte den Job einmal mehr zu einer interessanten Herausforderung für das Entwicklerteam. Wenngleich die Vorlaufzeit zwei Monate dauerte, startete Amann Girrbach bereits nach vier Monaten mit einer Handvoll Pilotkunden und konnte sechs Wochen später den ersten Markt „onboarden“. Möglich war das, weil es sich, wie so oft bei TOWA, um ein agiles Projekt handelte: „Zwar wird in einem ersten Schritt eine voll umfassende Version des Portals erstellt. Allerdings können zu Beginn nur definierte Testkunden ordern.“ Durch das Feedback konnten die Entwickler im Hintergrund weitere Optimierungsschritte vornehmen. Bei Amann Girrbrach wurde nach sechs Wochen die nächste Kundengruppe dazugenommen, erklärt Wassel. Er ist außerdem davon überzeugt, dass im B2B-Bereich noch sehr viel Potenzial steckt. Das ist durch Corona auch sehr vielen Unternehmen klar geworden, die hier noch gezögert haben."

Christiane Mähr
Christiane Mähr
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