22.05.2021 08:22 |

„Kniefall vor ÖVP“

Eisenkopf kritisiert halbherziges Glyphosat-Verbot

Nach dem Beschluss des Nationalrates, Glyphosat zwar im privaten Bereich sowie an öffentlichen Flächen zu verbieten, nicht aber in der Landwirtschaft, spart Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf nicht an Kritik. Sie fordert jetzt ein rasches Umdenken in der Agrarförderpolitik des Bundes.

Dass am verganenen Donnerstag nun im Nationalrat einstimmig zwar ein Verbot des umstrittenen Unkrautvernichters im Privatbereich, nicht aber in der Landwirtschaft beschlossen wurde, stößt im Bio-Vorreiterland Burgenland auf Kritik. „Denn rund 90 Prozent des weltweiten Gesamtverbrauchs entstehen gerade durch die Landwirtschaft“, betont Eisenkopf.

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Die Bundesregierung muss endlich handeln und die Agrarförderpolitik auch dahingehend ausrichten, dass die Gesundheit der Menschen an oberster Stelle steht.

Astrid Eisenkopf, Landeshauptmann-Stellvertreterin

Burgenland geht eigenen Weg
Die Landeshauptmann-Stellvertreterin spart vor allem nicht mit Kritik an den Grünen: „Jetzt, in der Regierung, wollen diese von einem Gesamtverbot, für das sie zuvor selbst waren, nichts mehr wissen. Das hat mit einer glaubwürdigen Klima- und Umweltschutzpolitik nichts mehr zu tun. Das ist nur ein weiterer Kniefall vor der ÖVP.“

Das Burgenland geht seit Jahren einen eigenen Weg und setzt sich mit verschiedenen Initiativen aktiv für einen Glyphosat-Stopp ein. Seit 2016 werden etwa Gemeinden, die bewusst auf einen Einsatz verzichten, mit dem Gütesiegel „ökologische Gemeinde“ ausgezeichnet. Mittlerweile sind 44 burgenländische Gemeinden offiziell "glyphosatfrei".

Das Land verzichtet bereits seit 2013 auf den Einsatz im Rahmen der Grünraumbewirtschaftung entlang von Straßen. Seit 2018 sind auch alle landesnahen Unternehmen glyphosatfrei. 

Carina Lampeter
Carina Lampeter
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