20.05.2021 19:58 |

Für Bauern erlaubt

Glyphosat-Verbot für Private und sensible Orte fix

Das Teilverbot des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ist nun fix: An sensiblen Orten wie Kinderspielplätzen, Parks sowie Einrichtungen der Altenbetreuung oder Gesundheitseinrichtungen ist es nun tabu - das Verbot betrifft auch den privaten Gebrauch im Haus- und Kleingartenbereich. Landwirte dürfen es allerdings weiterhin verwenden.

Der SPÖ geht dieses Verbot nicht weit genug - sie hatte sich in vergangenen Wahlkämpfen für ein weitreichendes Verbot starkgemacht. Heftige Kritik mussten deshalb die Grünen einstecken. Auch in sozialen Medien fallen die Reaktionen sehr negativ aus.

WHO stuft Glyphosat als krebserregend ein
Mit dem „Mini-mini-Teilverbot“ würden zwei aufrechte Parlamentsbeschlüsse ignoriert, ärgerte sich SP-Mandatarin Cornelia Ecker. Glyphosat sei ein von der Weltgesundheitsorganisation WHO als krebserregend eingestuftes Pflanzengift. „Jene, die heute das Totalverbot blockieren, sind verantwortlich für resultierende Gesundheitsschäden von morgen“, sagte sie. Ein SP-Antrag, der das Inverkehrbringen von Glyphosat generell verbieten sollte, blieb in der Minderheit.

NEOS zeigen sich pragmatisch
Auch Walter Rauch (FPÖ) kritisierte die Grünen, denen er den im Wahlkampf hervorgehobenen Anstand absprach. Das Totalverbot werde von der ÖVP durch einen technischen Trick torpediert. Pragmatischer zeigte sich Karin Doppelbauer von den NEOS. „Wir verbieten das, was heute möglich ist“, meinte sie.

Grüne schießen zurück: „SPÖ hätte das nie zustande gebracht“
Olga Voglauer von den Grünen wies die Kritik von SPÖ und FPÖ zurück. „Wir haben genau das getan, was uns die europäische Rahmengesetzgebung ermöglicht“, argumentierte auch sie. Glyphosat werde überall außer in der Landwirtschaft verboten, und auch in der Vorerntebehandlung werde es untersagt: „Das habt ihr von der Sozialdemokratie nie zustande gebracht.“

Johannes Schmuckenschlager (ÖVP) kritisierte die politische Agitation bei diesem Thema. Wie Voglauer erinnerte er daran, dass 2022 auf EU-Ebene eine Neubewertung des Präparats anstehe. Sein Parteikollege Lukas Brandweiner sprach von einer praxisnahen, guten Regelung.

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