21.05.2021 06:00 |

Ackergift Glyphosat

„Tickende Zeitbombe für das gesamte Ökosystem“

Es kam, wie es Naturschützer befürchtet hatten. Statt Glyphosat ganz zu verbannen, konnte sich die türkis-grüne Regierung lediglich zum Teilverbot für private Nutzer durchringen. Die SPÖ kritisiert, dass in Land- und Forstwirtschaft weiter gesprüht werden darf: „Dort passieren aber 90 Prozent des Gifteinsatzes.“

Obwohl Glyphosat im Jahr 2015 von der WHO und der Internationalen Agentur für Krebsforschung eben als krebserregend eingestuft wurde, ist es noch immer auf dem Markt. Kommendes Jahr steht die Wiederzulassung dieses Stoffes in der EU an.

„Die Agrolobby rührt bereits kräftig die Werbetrommel dafür", hatte sich die grüne österreichische EU-Mandatarin Sarah Wiener im Vorfeld der Abstimmung im Wiener Parlament noch mahnend zu Wort gemeldet. Dort lief aber - ausgerechnet am Weltbienentag - für die milliardenschweren Agrokonzerne alles ganz nach Plan. Denn heraus kam nur ein Minibann für Private statt eines Totalverbots für Land- und Forstwirtschaft.

Zitat Icon

Klimakrise, Monokulturen sowie der Einsatz von Pflanzen- und Insektengiften führen zu einem massiven Rückgang der Population der Bienen.

Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit

„Besser als nichts“
„Der Löwenanteil des verwendeten Glyphosats wird genau dort eingesetzt und ist nach dem neuen Gesetz weiter erlaubt. Wir müssen also eine tickende Zeitbombe für das gesamte Ökosystem leben“, kritisierte SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried. Dennoch stimmte er dem Regierungsantrag zu: „Besser als nichts.“

Verwundert zeigte er sich, dass Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck am Donnerstag nicht am EU-Handelsministerrat teilnahm, wo es doch um Mercosur und das Schicksal unserer Bauern ging. Schramböcks Begründung: Sie ist noch nicht voll immunisiert, macht wegen einer Vorerkrankung so lange keine Auslandsreise. Eine digitale Teilnahme wurde ihr abgelehnt.

Die EU-Mandatare Thoma Waitz (Grüne) und Simone Schmiedtbauer (Türkis) in Brüssel: „In der derzeitigen Form ist dieser Handelspakt mit Brasilien nicht akzeptierbar."

Mark Perry
Mark Perry
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 20. Oktober 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)