21.04.2021 19:03 |

Spitäler an der Grenze

Intensivstationen: Keine Entlastung bis Anfang Mai

Erst in zwei Wochen dürfte es in Österreich wieder weniger als 500 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen geben. In Wien, dem Burgenland und Niederösterreich bleiben die Spitäler weiter über der systemkritischen Auslastungsgrenze von 33 Prozent, eine Überschreitung ist auch in Vorarlberg möglich, berichten die Experten des Covid-Prognose-Konsortiums in ihrer aktuellen Vorschau auf die kommenden Tage und Wochen. Die Zahl der Neuinfektionen soll demnach konstant hoch bleiben.

Die Spitäler werden nur langsam entlastet: Bei den von Covid-Patienten belegten Intensivbetten ist nur von einem geringen Rückgang von 28 auf 25 Prozent der Gesamtkapazitäten bis 5. Mai auszugehen. Am Mittwoch mussten 557 Schwerkranke intensivmedizinisch behandelt werden, für den übernächsten Mittwoch prognostizieren die Experten 497 Intensivpatienten. Auch auf Normalstationen geht die Anzahl der Covid-19-Erkrankten laut Prognose nur langsam zurück: Von 1531 am Dienstag auf 1421 am 5. Mai.

Die aktuellen Prognosen rechnen mit einem Infektionsgeschehen von rund 2300 Fällen pro Tag bis nächsten Mittwoch. Das Konsortium erwartet für den letzten Prognosetag am 28. April eine Sieben-Tage-Inzidenz von 182 Fällen je 100.000 Einwohner. Am Mittwoch meldete die AGES eine Inzidenz von 184,9.

Zahlen sinken im Osten, Anstieg in Vorarlberg
Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ist dabei sehr unterschiedlich. Die Spannbreite der Sieben-Tage-Inzidenz am letzten Prognosetag reicht von 101 im Burgenland bis 221 in Kärnten. Die effektive Reproduktionszahl lag in der vergangenen Woche bei einem Wert von rund 0,94. Was die Fallprognose angeht, so geht man in Niederösterreich und im Burgenland von weiterhin rückläufigen Fallzahlen aus. In Vorarlberg dagegen wird von einem weiteren Anstieg ausgegangen. Im restlichen Österreich soll das Fallgeschehen annähernd gleich bleiben.

Fluchtmutation laut Daten der AGES auf dem Vormarsch
Das Bundesland Tirol hat derzeit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz, sie betrug am Mittwoch laut AGES 220,6. Wie das Konsortium in seiner Analyse schreibt, breitet sich die britische Virusvariante mit der Zusatzmutation E484K dort weiter aus. Diese Kombination zeigt eine erhöhte Infektiosität und deutlich schwerere Krankheitsverläufe als die ursprüngliche britische Mutation. Bei dieser sogenannten „Fluchtmutation“ wird vermutet, dass die Wirkung von Impfstoffen reduziert werden könnte. Vorläufige Daten der AGES auf Basis von PCR-Vortests zeigen, dass diese Variante in der Vorwoche mit knapp 600 Fällen bereits rund 50 Prozent der auf Varianten untersuchten Fälle in Tirol ausmachte.

Ursprüngliches Virus kaum noch für Ansteckungen verantwortlich
Wie aus dem Varianten-Bericht der AGES hervorgeht, liegt der Anteil der Virusvarianten, welche die N501Y-Mutation aufweisen, in Österreich nunmehr in allen Bundesländern bei teils deutlich mehr als 90 Prozent. Das sind sowohl die britische Variante des SARS-CoV-2-Virus (B.1.1.7) als auch die südafrikanische Variante (B.1.351) sowie die brasilianische Variante P.1., wobei die britische Mutation mit fast 69 Prozent den Großteil ausmacht.

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