06.04.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Ausgebrütet

Sonderpräsidiale zur Maskenpflicht im Parlament. Heute will Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka einen neuen Vorstoß unternehmen, dass in Zukunft alle Abgeordneten FFP2-Masken tragen müssen - auch die der FPÖ. Der „Krone“-Bericht darüber schlug ein wie eine Bombe.

110.178 Euro haben die Glaswände im Präsidium, bei den Ministerplätzen, am Rednerpult und im Plenum gekostet. Sie waren eigentlich dafür gedacht, dass eben keine Masken getragen werden müssen - auch die Supermarktkassierin, der Straßenbahnschaffner oder die „Krone“-Portierin sitzen hinter einer Glaswand und sind von der Maskenpflicht befreit.

Doch die Hauptarbeit im Parlament findet nicht im Plenum, sondern in den Ausschüssen statt. Und auch dort, so heißt es in Beschwerden, tragen FPÖ-Abgeordnete keinen Mund-Nasen-Schutz.

Klubobmann Herbert Kickl fordert gar eine „Evidenz für die Wirksamkeit von Masken“ und wirft Sobotka vor, „bis zum schütteren Haaransatz im Korruptionssumpf zu stecken“. Diese Technik nennt man übrigens „Whataboutismus“. Um vom eigenen Versagen abzulenken, verweist man auf einen vermeintlichen Missstand beim Gegenüber. Bestimmt hat Kickl über das Osterwochenende noch weitere Argumente ausgebrütet, warum das alles nur ein Ablenkungsmanöver der ÖVP sei. Schade, dass ein so wichtiges Thema auf diesem Niveau diskutiert wird. Und am Ende werden die FPÖ-Abgeordneten erst recht wieder ohne Masken herumspazieren.

Conny Bischofberger
Conny Bischofberger
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