Lage bleibt gespannt

Tausende Insolvenzen: 3. Rekordpleitejahr in Folge

Wirtschaft
12.01.2026 12:59

2025 sind in Österreich 4189 Insolvenzverfahren eröffnet worden, um 0,72 Prozent mehr als 2024. Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) handelt es sich sogar schon um das dritte Rekordpleitejahr in Folge. Und auch für 2026 ist keine echte Entspannung in Sicht.

Zu den 4189 Verfahren, die 2025 eröffnet wurden, kommen laut weitere 2967 Unternehmenspleiten, die mangels Masse nicht eröffnet werden konnten. Insgesamt schlitterten im Vorjahr also 7156 Unternehmen in die Pleite. Das entspricht einem Gesamt-Plus von knapp acht Prozent gegenüber 2024.

Fast 100 Pleiten pro Woche
Im Monatsdurchschnitt wurden 349 Unternehmensinsolvenzen eröffnet. Im Wochendurchschnitt waren es 81. Von den eröffneten Firmeninsolvenzen waren 16.252 Dienstnehmer unmittelbar betroffen.

2026 keine echte Erholung in Sicht
AKV-Chef Hans Musser erwartet für 2026 „einen leichten, aber keinen drastischen Rückgang, keine echte Erholung“ bei der Zahl der Firmeninsolvenzen. Das könne man anhand der Daten fürs letzte Quartal 2025 erwarten. Dazu brauche es die prognostizierte wirtschaftliche Erholung. „Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt sich immer mit einer Verspätung von sechs bis neun Monaten bei den Insolvenzzahlen“, erläuterte Musser.

Die Infografik zeigt die erwarteten Insolvenzen von Firmen und Privatpersonen in Österreich 2025 im Vergleich zu 2024. Bei Firmen wird ein Anstieg um 4,1 % auf 6.857 Fälle prognostiziert, mit den stärksten Zuwächsen in Salzburg und Oberösterreich. Bei Privatpersonen wird ein leichter Anstieg um 0,2 % auf 8.840 Fälle erwartet, wobei Tirol den stärksten Rückgang verzeichnet. Quelle: KSV1870.

Benko als Rekordpleitier
Die Gesamtverbindlichkeiten haben „unglaubliche 11,03 Milliarden Euro“ betragen, obwohl sie sich gegenüber 2024 „annähernd halbierten“. Und die größten Pleiten kamen einmal mehr aus dem Immobilienbereich. 2025 waren neun der zehn nach Passiva größten Unternehmen in der Immobilienentwicklung tätig und acht davon sind der Signa-Gruppe von René Benko zuzuordnen. Diese Branche weist auch die höchsten Passiva auf.

Die meisten Insolvenzen hatte mit 1030 der Handel zu verzeichnen. Dahinter folgten Bau (932) und Gastronomie (709).

Keine Steigerung bei Privatkonkursen
„Wider Erwarten“ gab es am Privatkonkurssektor im Vorjahr keine Steigerung, so der AKV. Trotz steigender Arbeitslosenzahlen lagen die Eröffnungen annähernd auf Vorjahresniveau – mit 8765 Schuldenregulierungsverfahren (2024: 8712). Wöchentlich gab es durchschnittlich 169 Privatinsolvenz-Eröffnungen.

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