Steve Bannon, ehemaliger Berater von Donald Trump und Rechtsextremist mit starkem Hang zu Verschwörungstheorien, soll angeblich eine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2028 vorbereiten. Das meldet das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Bannons näheres Umfeld. Der 72-Jährige will selbst nichts davon wissen und bezeichnete den Bericht als „Bullshit“. Er will sich stattdessen auf ein anderes Ziel fokussieren ...
Laut Axios habe sich Bannon bereits Gedanken über Wahlwerbung, Finanzierung der Kampagne und potenzielle Mitarbeiter gemacht. Der rechte Vordenker, der während Trumps erster Amtszeit als Berater des Präsidenten tätig war, hat außerdem angekündigt, die Debatte innerhalb der Republikanischen Partei in Richtung von Trumps zentralen „America First“-Agenda zu lenken.
Auch der frühere republikanische Kongressabgeordnete Matt Gaetz hat sich zur möglichen Kandidatur geäußert und ist der Ansicht, dass Bannon Ideen aus dem libertären republikanischen Lager mit Inputs vom linken Demokraten-Flügel verbinden könnte.
Bannon dementiert klar: „Bullshit“
Bannon dementierte jedoch umgehend, eine eigene Kandidatur anzustreben, das sei „Blödsinn“ („Bullshit“). Sein Ziel sei viel mehr, dass Donald Trump eine dritte Amtszeit als US-Präsident erhält. Laut US-Verfassung ist das jedoch ausgeschlossen, nach zwei Amtszeiten ist eine weitere Kandidatur nicht rechtskonform.
Dritte Amtszeit von Trump im Visier
„Wir haben kein Land mehr, wenn Präsident Trump nicht jeden Funken Kampfgeist und Energie aufbringt – man könne den 22. Verfassungszusatz mit einem Truck durchbrechen – und genau das beabsichtige ich zu tun, um unser Land zu retten“, wird Bannon von Axios in Hinblick auf die in der Verfassung festgelegte Begrenzung der Präsidentschaftszeit auf zwei Amtszeiten.
Laut Bannon gäbe es Möglichkeiten bzw. einen Plan, diese Regelung zu umgehen. Detaillierte Angaben dazu nannte er nicht. Trump hat allerdings selbst bereits eingeräumt, dass er nicht ein weiteres Mal zur Wahl antreten dürfe.
„Er wird eine dritte Amtszeit bekommen“, sagte Bannon bereits im Oktober in einem Interview mit der britischen Wochenzeitung „The Economist“. Trump werde bei der Wahl 2028 erneut Präsident werden „und die Leute müssen sich einfach damit abfinden“, so Bannon damals.
Während Trumps erster Amtszeit Zerwürfnis mit Bannon
Bannon, der mit seinen Aussagen immer wieder rechtsextreme Narrative bedient, zählt zu den einflussreichsten Ideologen der Trump-Bewegung. 2016 spielte er eine zentrale Rolle beim Wahlsieg des Republikaners. Im Weißen Haus machte Trump ihn damals zum Chefstrategen, wo Bannon aber nur wenige Monate blieb. Später kam es zu einem Zerwürfnis zwischen den beiden, doch Bannon hielt letztlich an seiner Loyalität zum nun wiedergewählten US-Präsidenten fest. In der aktuellen Regierung hat er kein Amt.
Vier Monate im Gefängnis
Weil er eine Vorladung des Untersuchungsausschusses zum Sturm auf das Kapitol am 6. Jänner 2021 missachtete und sich weigerte, Dokumente herauszugeben, verbüßte Bannon im vergangenen Jahr eine viermonatige Gefängnisstrafe. Er selbst bezeichnet die Vorwürfe als politisch motiviert.
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