01.04.2021 08:37 |

Kurz und Anschober:

Ost-Lockdown kommt zum „allerletzten Zeitpunkt“

Durch die regionale Vorgangsweise ist Österreich rund um Ostern dreigeteilt: Während man im Westen sogar ins Gasthaus darf, ist das Osterfest im Osten nur mit einem Gast erlaubt. Der Grund: Die Spitäler in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sind am Limit, Verschärfungen wurden notwendig. Für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist die Entscheidung der drei Bundesländer, die sogenannte Osterruhe über den Dienstag hinaus zu verlängern, „richtig und wichtig“, es sei der „allerletzte Zeitpunkt für eine Notbremsung“.

Niederösterreich und das Burgenland sind Mittwochabend dem Beispiel Wiens gefolgt und haben die „Osterruhe“ bis zum 11. April ausgeweitet. Kurz begrüßte den „gemeinsamen Weg“ der drei Länder. Man habe sich auf ein regionales Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie verständigt, so Kurz.

Entscheidung „richtig und wichtig“
Dieses Vorgehen habe sich bewährt und wird auch fortgesetzt. „Die drei Bundesländer sind derzeit am stärksten betroffen, daher ist der Schritt der drei Landeshauptleute, den Lockdown gemeinsam zu verlängern, richtig und notwendig“, erklärte der Kanzler. In den anderen Bundesländern sei die Lage mit Blick auf die Intensivkapazitäten „stabil“.

„Ernsthafte Lage“ auf Intensivstationen
Auch Anschober bezeichnete die Verlängerung als „wichtigen Schritt“, um der „ernsthaften Lage“ auf den Intensivstationen zu begegnen. „Jetzt ist der allerletzte Zeitpunkt, die allerletzte Chance für eine Notbremsung“, warnte Anschober. Die Osterruhe müsse konsequent eingehalten, die Maßnahmen wie Mindestabstand, FFP2-Masken und Testungen in den nächsten Tagen konsequent verwirklicht werden.

Der Gesundheitsminister hielt die Ausweitung der Maßnahmen, wie er in den vergangenen Tagen mehrfach betonte, nach wie vor für alle Bundesländer für dringend geboten. Die Infektionszahlen an sich würden zwar linear steigen, aber gleichzeitig erlebe man einen dramatischen Anstieg bei den Schwerkranken.

Österreich zu Ostern dreigeteilt
Österreich ist zu Ostern damit dreigeteilt: Während man in Vorarlberg die Feiertage im Gasthaus begehen kann, gelten im Osten des Landes strikte Ausgangsbeschränkungen. Der Rest verbleibt im „Lockdown light“.

Diese Regeln gelten zu Ostern:

  • In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland schließen ab Donnerstag Geschäfte, Freizeitbetriebe und persönliche Dienstleister wieder. Offen bleiben nur Geschäfte für den täglichen Bedarf (Apotheken, Lebensmittelhändler, Trafiken usw.).
  • Ein Ausweichen in andere Bundesländer zum Shoppen oder für den Friseurbesuch ist nicht erlaubt. Es soll am Osterwochenende eine „Aktion scharf“ der Polizei auf den Straßen geben, bei der auch auf Verstöße gegen die Corona-Regeln geachtet wird.
  • Die Ausgangsbeschränkungen gelten in den drei Bundesländern ganztägig, im Rest von 20 bis 6 Uhr (siehe Grafik).
  • Der harte Lockdown gilt in Wien und Niederösterreich und dem Burgenland vorerst bis 11. April. Wien führt zudem auf stark besuchten öffentlichen Plätzen eine Maskenpflicht ein.
  • Take-away in Restaurants und Click & Collect im Handel bleiben auch während der „Osterruhe“ im Osten erlaubt. Auch im Rest Österreichs muss die Gastronomie weiter auf Lockerungen warten, bis auf Vorarlberg.
  • Treffen sind in Ostösterreich nur zwischen Personen aus einem Haushalt und einer weiteren Einzelperson erlaubt. Im Rest Österreichs gilt die Zwei-Haushalte-Regel, wobei höchstens vier Erwachsene und sechs minderjährige Kinder erlaubt sind.
Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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