Von diesem „Bergabenteuer“ werden sechs Bundesheer-Kadersoldaten wohl noch ihren Enkeln erzählen. Mit Schaudern, denn bei eisiger Kälte und zweistelligen Minusgraden zogen sich die Männer Erfrierungen zu. Der Osttiroler Kommandant (51) erhielt beim fortgesetzten Prozess eine teilbedingte Geldstrafe.
Bei der Ausbildungs-Tour war die Gruppe in eine Schlechtwetterfront geraten, man konnte kaum noch aufrecht stehen. Eine Umkehr befahl der angeklagte Unteroffizier aber nicht. Erfrierungen an Fingern, Handgelenken und im Gesicht waren die Folge. „Jetzt bin ich sehr kälteempfindlich und meine Fingerkuppen sind ständig taub“, erzählte ein Betroffener schon beim kürzlichen Prozessauftakt.
Zu spät reagiert
Diskutiert wurde vor allem über die Handschuhe. Ein Zeuge musste zugeben, nur ein dünneres Paar mitgenommen zu haben. Gegenüber den anderen Soldaten räumte der prinzipiell einsichtige Angeklagte ein: „Ich habe es beim Temperatursturz verabsäumt, rechtzeitig zu befehlen, dass die dickeren Handschuhe getragen werden sollen.“ Anfang März wurde der Prozess zur angeklagten Körperverletzung (vier schwer- und zwei leichtverletzte Männer) vertagt, weil der sechste und letzte Zeuge nicht aufgetaucht war.
Nun lautete das Urteil auf teilbedingte 2700 Euro Geldstrafe. Im Falle der Rechtskraft drohen weitere zivilrechtliche Schadenersatzansprüche gegen die Republik.
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