15.03.2021 10:52 |

Nach Mahnwache

Boris Johnson „tief betroffen“ über Polizeieinsatz

Das Filmmaterial des umstrittenen Polizeieinsatzes gegen Frauen bei einer Mahnwache für ein Verbrechensopfer in London mache ihn „zutiefst besorgt”, erklärte Boris Johnson am Montag. Der britische Premier habe dazu bereits Kontakt mit Polizeichefin Cressida Dick aufgenommen, um mögliches Fehlverhalten untersuchen zu lassen - er wolle zudem auch mit Experten über mehr Schutz für Frauen sprechen.

„Wie jeder, der sie gesehen hat, war ich von den Bildern vom Clapham Common tief betroffen“, sagte Johnson laut einer Mitteilung vom Montag. Am Clapham Common in Südlondon hatten am Samstag zahlreiche Frauen der mutmaßlich von einem Polizisten getöteten Sarah Everard gedacht. 

Bilder und Filmmaterial dokumentierten, wie Beamte die protestierenden Frauen zwangsweise inhaftieren und das Treffen teils gewaltsam auflöste. „Wir fühlten uns zum Schweigen gebracht”, kritisierte eine der dabei festgenommenen Frauen gegenüber Radio 4. 

Untersuchungen eingeleitet
Medienberichten zufolge stellte sich Johnson aber hinter die Londoner Polizeichefin Cressida Dick - diese verteidigte den Einsatz und wies Rücktrittsforderungen zurück. Er habe mit Dick gesprochen, die eine Prüfung des Einsatzes zugesagt habe, sagte Johnson gegenüber der BBC. Auch das Innenministerium hat eine Überprüfung angeordnet. 

Johnson pocht auf mehr Schutz für Frauen
Noch am Montag möchte Johnson mit einer Arbeitsgruppe mit Kriminalisten und Justizexperten zusammentreffen, „um weitere Schritte zum Schutz von Frauen und Mädchen zu erörtern und sicherzustellen, dass unsere Straßen sicher sind“, hieß es. „Der Tod von Sarah Everard muss uns in dem Entschluss vereinen, Gewalt gegen Frauen und Mädchen auszutreiben und jeden Teil des Justizsystems dafür einzusetzen, sie zu schützen und zu verteidigen“, sagte Johnson.

Polizist unter Tatverdacht
Die 33-jährige Sarah Everard war am Abend des 3. März spurlos in Südlondon verschwunden. Ihre Leiche wurde später in einem Waldstück in der Grafschaft Kent entdeckt. Im Verdacht steht ein 48 Jahre alter Polizist. Der Fall hatte zu einem landesweiten Aufschrei gegen Gewalt an Frauen geführt.

Quelle: Agenturen

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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