21.02.2021 17:29 |

Gemeinderatswahl 2021

Immer mehr Namenslisten: Kärnten wird immer bunter

Parteiunabhängig ist das neue Prädikat vieler Gemeindepolitiker: Immer mehr distanzieren sich von ihren Parteien und bilden eigene Listen - vor allem am Land, wo die Nähe zum Bürger im Fokus steht. 

Die letzte Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl fand am 1. März 2015 statt - damals holte die SPÖ von insgesamt 2500 Mandaten rund 1000 für sich. Die ÖVP kam auf knapp 700, die FPÖ stellte etwa 500 Mandatare. Die übrigen 300 Mandate verteilen sich auf die Grünen, die zweisprachige Einheitsliste/Enotna lista, die Neos, das Team Kärnten und Bürgerlisten. In 37 der 132 Kärntner Gemeinden mussten zwei Wochen nach dem eigentlichen Wahltermin Stichwahlen um die Chefsessel durchgeführt werden. Die SPÖ stellte bisher 60 Bürgermeister, 42 die ÖVP, die FPÖ kommt auf 23 und das Team Kärnten auf einen. Die Einheitsliste konnte sich zwei Bürgermeisterämter sichern, vier Gemeindechefs werden von Namenslisten gestellt.

Namenslisten liegen im politischen Trend
Und heuer könnten es noch mehr werden - denn was Namenslisten angeht, wird Kärnten immer bunter! Die Farben der alteingesessenen Parteien scheinen auf Gemeindeebene zu verblassen. Immer mehr kleine Listen formieren sich und treten zu Wahlen an. Seit bereits drei Jahrzehnten erfolgreich im Gemeinderat vertreten ist zum Beispiel die ÖVP-nahe „Liste für Alle“ in Althofen. Sie schickt den ehemaligen Vizebürgermeister Walter Zemrosser ins Rennen, Stadtchef Alexander Benedikt tritt nämlich nicht mehr an.

Besonders hart trifft der aktuelle Trend in Kärnten die Freiheitlichen. In den vergangenen Monaten haben gleich mehrere blaue Politiker ihrer Partei den Rücken gekehrt. Das wohl populärste Beispiel ist Christian Scheider. Der ehemalige Klagenfurter FPÖ-Bürgermeister tritt als Spitzenkandidat des Team Kärnten zur Wahl am 28. Februar an.

Listen-Gründer stehen für Veränderung ein
Viele andere haben eigene Listen gegründet, so etwa in der Sonnengemeinde Diex, wo der amtierende Gemeindechef zuvor der FPÖ angehörte und nun für die unabhängige Liste für Diex (LFD) ins Rennen geht. Anton Napetschnig: „Wir sind um die Sache bemüht und arbeiten vorrangig für Menschen.“ Noch ganz jung ist die Bürgerliste Wolfgang Gallant (LWG), die in Lavamünd etwas aufmischen will: „Wer etwas verändern und neue Wege einschlagen will, muss selbst aktiv werden!“ Auch das Problem mit dem Schwerverkehr - täglich rollen mehr als 6500 Lkw durch den Ort - will die neue Bürgerbewegung beseitigen. „Die politische Arbeit in der Gemeinde ist stark von Parteien abhängig. Das bedeutet, dass manche Vorschläge wegen der Mehrheitsverhältnisse kaum in die kommunale Politik finden. Das wollen wir ändern“, betont der Spitzenkandidat der LWG.

„Starre Parteistrukturen haben keine Zukunft!“
In Sittersdorf wurde die parteiunabhängige Bürgergemeinschaft Liste Walter Schmacher (BGM) gegründet. Schmacher: „Ich bin Bürgermeisterkandidat für alle und davon überzeugt, dass die Zukunft der kommunalen Arbeit in kleinen Gemeinden wie Sittersdorf nicht in starren Parteistrukturen zu finden ist.“ Seine Entscheidung werde von der ÖVP mitgetragen. Der Wolfsberger Taxiunternehmer Thomas Auer will mit der Bürgerbewegung Team Wolfsberg - Liste Auer frischen Wind in den Gemeinderat bringen: „Die Situation der Großparteien ist nicht mehr tragbar.“ 

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