Mitter nach Bronze:

Problemdisziplin? „Glaube immer an Dreifach-Sieg“

Ski WM
19.02.2021 07:03
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Österreichs Damen-Rennsportchef Christian Mitter hat die Bronzene von Katharina Liensberger im WM-Riesentorlauf nicht so überrascht wie so manchen Ski-Fan. „Da schleift sich eine Meinung ein, von wegen Riesentorlauf als Problemdisziplin“, sagte der Steirer nach der zweiten Damen-Medaille in Cortina d‘Ampezzo. „Aber ich habe schon gewusst, wenn es passt, können wir auch schnell sein. Weil der Schwung an sich einfach schnell ist.“ Das gelte nicht nur für die Vorarlbergerin. Als Trainer glaube man sowieso „immer an den Dreifach-Sieg“.

Die Saisonbilanz im Riesentorlauf sei nicht nur schlecht. „Wir haben schon ein ganz ein gutes Wochenende gehabt in Courchevel. Wenn die Bedingungen ein bisschen zu uns kommen, haben wir schon einen schnellen Schwung“, erinnerte Mitter an die insgesamt sechs Top-Ten-Resultate von Liensberger, Stephanie Brunner und der nun verletzten Ricarda Haaser im französischen WM-Ort von 2023. „In Kranjska Gora und in Kronplatz waren sehr spezielle Rennen, da waren wir noch weg von der Musik.“

Doch wenn man genauer hinschaue, „hat Julia Scheib eine Weltklasse-Leistung gebracht in Kranjska Gora, auch die Ramona Siebenhofer ist sehr gut gefahren. Es sind immer so kleine Zeichen da gewesen.“ Als Trainer glaube man sowieso „immer an den Dreifach-Sieg“, betonte Mitter und verwies auf seine Erfahrung als norwegischer Männer-Chefcoach: „Ich bin bei ein paar WMs gewesen, da haben wir auch schwere Niederlagen einstecken müssen. Dann auf einmal kommt wieder ein Tag, wo du dir denkst: Gibt es das?!“

Hinter Erfolgen bei Großereignissen stecke freilich harte Arbeit. „Man kann nicht warten und sagen, irgendwann wird es schon kommen, sondern wir arbeiten weiter und sind auch ruhig geblieben in der ersten Woche“, erklärte der Ennstaler, der 2019 nach zwölf Jahren in Norwegen zu den ÖSV-Damen wechselte. Wichtig sei, „die Analyse am Hang zu lassen“, soll heißen: die Fehlersuche müsse konkret herausfiltern, welcher Schwung nicht gepasst hat und was am Bewegungsablauf zu verbessern ist.

„Sie ist auch aus dem Holz, das ich ein bisschen kenne“
„In Kranjska Gora hilft es mir nichts, dass man nachher sagt, weil sie in der Früh zu lange geschlafen haben oder zu laute Musik hören, deswegen geht es nicht“, führte Mitter aus. Ein Musterbeispiel für schnelles Umsetzen sei Liensberger. „Sie ist auch aus dem Holz, das ich ein bisschen kenne“, sagte er. „Von Talent spreche ich nicht gern, sondern ich glaube, Skifahren gehört eher gelernt und geübt. Aber was sie natürlich tut, sie lernt sehr schnell.“

Liensbergers Gold im Parallelbewerb sei ein toller Erfolg, „weil Weltmeisterin - das steht“. Die Bronzemedaille im Spezial-RTL sei aber vielleicht sogar bedeutsamer, wenngleich Mitter das nicht wortwörtlich bestätigen wollte. Schließlich sei jene Disziplin „das, was am meisten gefahren wird. Jedes Schülerrennen wird gleich einmal Riesentorlauf gefahren. Es ist schon ein Schwung, der zeigt wo die Reise nationenweise hingeht“, stellte er klar.

ÖSV-Läuferinnen „fahren sehr modernen Schwung“
Auch Ramona Siebenhofer habe im WM-Rennen mit Platz fünf und der drittbesten Laufzeit im Finale eine hervorragende Leistung gezeigt. „Sie steht einfach gut dagegen, sie traut sich was zu im Rennen“, sagte Mitter und resümierte für die gesamte Mannschaft: „Ich glaube, da fahren wir einen sehr modernen Schwung und das passt.“

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