Vor vier Jahren vollendete Beat Feuz (38) seine Karriere, gewann bei seinen dritten Spielen das lang ersehnte Abfahrts-Gold. In Bormio ist er als SRF-Moderator dabei, sprach mit der „Krone“ über seine China-Erinnerungen, die Bedeutung des Olympiasieges, das Rennen in Bormio und seine potenziellen Nachfolger.
„Die Österreicher haben ausgeholfen, ein paar Kästen Bier aus dem Keller geholt“, grinst Beat Feuz. Ja, die Erinnerungen an Peking sind beim bald 39-Jährigen noch stark verankert. Feuz setzte seiner Erfolgs-Karriere vor vier Jahren die Krone auf, holte das lang ersehnte Abfahrtsgold. „Es war wunderschön, mein letztes große Ziel erreicht zu haben. Olympiasieger zu sein, hat in der Außendarstellung einen enormen Stellenwert.“
Schon als Kind habe er die Spiele verfolgt, plötzlich in einem Atemzug mit den Helden der Jugend genannt zu werden, war „speziell.“ Wie der erste Anruf nach dem Rennen – Feuz bekam ein Handy in die Hand gedrückt, Frau Katrin war am anderen Ende der Leitung. „Das war der goldene Moment, viel höher waren die Emotionen an diesem Tag nicht mehr.“ Weil die beiden kurz vor den Spielen eine Tochter bekommen hatten, Feuz im Vorfeld ein Fragezeichen hinter die China-Reise gesetzt hatte: „Ein kleines Kind daheim, Corona, wie komme ich im Ernstfall nach Hause?“ Aber er flog hin und kehrte als Held von seinen dritten Spielen zurück.
Seine vierten erlebt der Titelverteidiger nun in Bormio in der Rolle des Co-Moderators im Schweizer SRF. „Ich weiß, wie die Athleten ticken, bin noch nahe dran, habe das alles selbst erlebt – das will ich an die Zuschauer vor dem Fernseher weitergeben.“ Die Strecke in Bormio kennt er bestens, für einen Sieg auf der „Stelvio“ hat es aber nie gereicht. „Ein gewisser Herr Paris ist mir immer in die Quere gekommen“, grinst der zweifache Familienvater. In Bormio sei „Rohgewalt gefragt – es braucht den Willen zum Risiko und viel Kraft, vor allem unten, wenn die Beine schwer werden.“ Ein Zufallssieger wäre für Feuz morgen „auf dieser selektiven Strecke eine große Überraschung“.
Kriechmayr auf der Rechnung
Die Schweiz und Italien sieht er am breitesten aufgestellt. Aber: „Es braucht keine vier starken Läufer, sondern nur einen für den Sieg – den hat Österreich in Person von Vincent Kriechmayr.“ Den Feuz als Head-Markenkollege gut kennt – und der auf den Wahl-Tiroler einen positiven Eindruck macht: „Er ist heuer gefühlt lockerer drauf, offener, redet mehr – ich hatte mit ihm immer einen guten Austausch.“
Wie mit Marco Odermatt, den Feuz einst an die Hand nahm. Und dem er in Bormio Großes zutraut: „Er kann der Star der Spiele werden, ich halte auch viermal Gold für möglich. Aber dafür muss sehr viel zusammenpassen.“
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