Der WM-Titel von Sebastian Vettel verlieh Salzburg offenbar Flügel. Denn die "launische Diva" zeigte sich gegen Sturm nicht mehr so lustlos wie vor einer Woche bei der 0:1-Pleite in Wiener Neustadt, präsentierte ein hübscheres Gesicht. Damals war der Meister gerade zu einer gefährlichen Chance gekommen, am Sonntag tauchten die "Bullen" schon vor der Pause viermal vorm Tor der "Schwarzen" auf.
Zarate zog von der Strafraumgrenze ab, aber Gratzei fischte die Kugel aus dem Kreuzeck (23.). Der Keeper war auch bei einem Jantscher-Weitschuss (28.) und einem Hammer von Leitgeb zur Stelle (42.). Und kurz vorm Pausenpfiff biss sich Wallner beim Teamkeeper die Zähne aus, Gratzei holte den Kopfball mit den Fingerspitzen aus dem Eck. Aber auch die Foda-Truppe zeigte sich im Vergleich zum Rapid-Spiel von ihrer Butterseite, fightete um jeden Zentimeter und hatte vor der Pause auch die beste Chance aufs 1:0 - aber Szabics scheiterte im Fünfer an Tremmel (9.).
Nach der Pause nahm Sturm das Heft immer mehr in die Hand. Binnen fünf Minuten hatte Hölzl die Führung vor Augen: Aber der Flankenturbo setzte zunächst einen Kopfball über das Tor, dann nagelte er nach Zuspiel von Kainz an den Pfosten (62.). Quasi im Gegenzug klatschte auch ein Kopfball von Afolabi an die Stange - die letzte Chance der Bullen. Den Matchball hatte Sturm, doch nach Flanke von Hölzl scheiterte der eingewechselte Haas per Kopf an Tremmel.
Hölzl hart im Nehmen
Sturms Pferdelunge auf der rechten Außenbahn ist hart im Nehmen. Im Finish bekam Andi Hölzl den Fuß von Weber mit voller Wucht ins Gesicht, blieb bewusstlos liegen. "Kein Problem, ich bin ja nur kurz weg gewesen", kam's vom Mittelfeldspieler nach dem Match, in dem er der große Hero hätte werden können. "Wir wollten unbedingt die drei Punkte, jetzt überwiegt die Enttäuschung. Aber derzeit haben wir Pech im Abschluss: Latte, Stange oder der der Goalie stellen sich dazwischen."
Auch Franco Foda weinte dem Sieg nach: "Mit der Leistung bin ich zufrieden, mit dem Resultat weniger. Uns fehlte das Quäntchen Glück. Aber meine Mannschaft hat sich gut präsentiert, schöne Chancen herausgespielt." Bullen-Coach Huub Stevens reagierte dagegen wieder sauer auf Reporter-Fragen, mit dem Spiel war aber auch er zufrieden: "Heute habe ich wieder viel Leidenschaft gesehen." Jakob Jantscher, der mit einem Pfeifkonzert empfangen wurde, war nach seiner Heimkehr mit dem Punkt happy: "Beide Teams hätten gewinnen können, so geht das Remis in Ordnung. Wir haben viel besser gespielt als letzte Woche, darauf können wir aufbauen."
von Burghard Enzinger, "Steirerkrone"
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