Nullnummer in Graz

Salzburg und Sturm trauern vergebenen Chancen nach

Fußball
15.11.2010 12:54
Das torlose Remis zwischen Cupsieger Sturm Graz und Meister Red Bull Salzburg hat am Sonntag vor allem in Ried für Freude gesorgt. Während für die Innviertler die Winterkrone in greifbare Nähe rückt, treten die Salzburger im Liga-Mittelfeld weiter auf der Stelle, und auch Sturm trauert Punkten nach. Tormann Christian Gratzei brachte es auf den Punkt: "Es tut immer weh, wenn aus so einem Spiel kein Sieg wird."

Was die Grazer neuerlich schmerzte, war die Chancenauswertung. "Es sagt schon etwas aus, wenn man sich gegen Salzburg fünf hochkarätige Chancen herausarbeitet", merkte Sturm-Coach Franco Foda an. Aussagekräftig ist allerdings auch, dass keine dieser Möglichkeiten verwertet wurde.

Es scheint, als sei bei der Mannschaft, die noch immer die meisten aller Treffer erzielt hat (27), eine kleine Offensivflaute - die zuletzt auch im Cup in Steyr einen Kraftakt erforderte - eingekehrt. Mit 20 Toren in den ersten neun Spielen legte man stark vor, doch in den jüngsten fünf Partien gab es nur noch sieben Treffer, vier davon gegen Kapfenberg.

Laues Lüfterl im Salzburger Sturm
In Salzburg weht im Angriff ohnehin lediglich ein Lüfterl, nur Mattersburg und der LASK unterschreiten die Marke der Stevens-Elf von 14 erzielten Toren. "Wir waren nahe dran, hatten viele Chancen, aber kein Tor gemacht. Letztlich muss man auch mit dem Punkt zufrieden sein", sagte Salzburg-Goalie Gerhard Tremmel und klang dabei fast wie Sturm-Angreifer Roman Kienast: "Wir hatten die besseren Chancen, aber wichtig ist, dass wir nicht verloren haben."

Beide Trainer halbwegs zufrieden
Während sich Salzburg-Coach Huub Stevens derzeit selbst über die kleinen Dinge im Fußball-Leben freut ("Es war eine Steigerung da, daran müssen wir festhalten und darauf aufbauen"), zeigte sich auch Foda von der zufriedenen Seite. "Wir haben uns sehr gut präsentiert und nur Chancen aus Standards zugelassen", betonte der Deutsche, bedauerte aber zugleich, dass die Schlussoffensive unbelohnt blieb: "Wir wollten unbedingt gewinnen, haben am Schluss einen zusätzlichen Stürmer gebracht."

Schon am 24. November können die Kontrahenten die jüngste Vergangenheit bewältigen. Da trifft man im Nachtrag der fünften Runde in Salzburg erneut aufeinander. Erstmals seit 8. August wird dann die Tabelle wieder geradegerückt.

Meinungen zum Spiel
Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Wir hatten über 90 Minuten mehr Torchancen, vier bis fünf Hundertprozentige gegen eine Mannschaft wie Salzburg. Trotzdem kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben viele Chancen kreiert, im Abschluss hat aber das Quäntchen Glück gefehlt. Die Mannschaft hat sich gut präsentiert, alle Spieler waren bissiger gegenüber dem Rapid-Spiel, das einzige Manko war die Chancenverwertung."

Huub Stevens (Salzburg-Trainer): "Wir hätten gewinnen, aber auch verlieren können. Wir haben mit Leidenschaft gespielt, dass wir nicht gewonnen haben, ist für euch Journalisten wichtig, für uns aber nicht. Wir haben gut über die Flügel gespielt, die Bälle vor das Tor gebracht. Es war eine Steigerung da, daran müssen wir festhalten und darauf aufbauen."

Roman Wallner (Salzburg-Stürmer): "Im Großen und Ganzen war es ein ausgeglichenes Spiel. Uns bringt das nicht viel weiter, wir hätten drei Punkte gebraucht. Es werden wieder Spiele kommen, wo es uns bessergeht. Wichtig war, dass wir zu Null gespielt haben."

Mario Haas (Sturm-Stürmer): "Ich habe den Kopfball gut getroffen, aber Tremmel hat super gehalten. Im Endeffekt war es ein gerechtes Remis. Ein Punkt ist schon etwas wert. Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen und kämpfen können."

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